15.10.2005 · Das Gegenteil eines Begräbnisses: Die Asche des verstorbenen „Star Trek“-Schauspielers Doohan soll an Bord einer kommerziellen Rakete abheben, um später in der Atmosphäre zu verglühen.
Der letzte Wunsch des einstigen Chefingenieurs der „Enterprise“ soll am 6. Dezember in Erfüllung gehen. Dann werde die Asche von „Scotty“ alias James Doohan, der im Juli im Alter von 85 Jahren starb, ins Weltall „gebeamt“. Dies gab die private Firma Space Services Inc. in Houston am Freitag bekannt. Die Asche des kanadischen „Star Trek“-Schauspielers und weiterer 170 Kunden soll von dem kalifornischen Luftwaffenstützpunkt Vandenberg an Bord einer kommerziellen Rakete als Beipack abheben.
„Auch die Überreste von vier oder fünf deutschen Kunden fliegen mit“, teilte Space-Services-Sprecherin Susan Schonfeld mit. Auch die Asche eines Astronauten gehe an Bord, dessen Name aber erst am Starttag bekannt gegeben werden soll. Es ist der sechste so genannte „Memorial Spaceflight“ des amerikanischen Unternehmens.
Grußworte im Netz gesammelt
Doohan hatte sich nach Angaben seiner Familie ausdrücklich gewünscht, nach seinem Tod bei einem seiner besten Freunde sein zu können. Bereits in den 90er Jahren war die Asche des 1991 gestorbenen Schöpfers der „Star Trek“-Saga, Gene Roddenberry, ins All geschossen worden. Schonfeld zufolge haben so viele „Scotty“-Fans aus aller Welt ihr Interesse an der Aktion bekundet, daß nun einen Tag vor dem Raketenstart nahe der Abschußrampe eine öffentliche Gedenkfeier stattfinden soll. Auf der - etwas bizarr anmutenden - Webseite www.spaceservicesinc.com fordert Schauspieler-Witwe Wende Doohan die Fans zum Einsenden von Grußworten auf, die dann mit der Asche ins All geschickt werden sollen.
Seit Jahrzehnten und wohl noch für lange Zeit wird Doohans „Enterprise“-Rolle mit einem der bekanntesten Sprüche der Fernseh- und Filmgeschichte verbunden bleiben: „Beam mich rauf, Scotty“, sagten Mitglieder der Besatzung, wenn sie auf wundersame Weise von fernen Planeten zurück ins All und in die Sicherheit der dort geparkten „Enterprise“ geholt werden wollten.
Asche soll in der Atmosphäre verglühen
Scotty bediente sich dafür eines fantastischen „Transporters“: Körpermasse löste sich in feinste Partikel auf, wurde in Windeseile durchs All gesaugt und am Bestimmungsort ebenso schnell und schmerzlos wieder zusammengefügt.
Mit Hochtechnologie soll nun auch Scottys Letzter Wille verwirklicht werden. Der Abschuß erfolgt an Bord einer „Falcon 1“ Rakete, die viele Jahre auf einer Umlaufbahn die Erde umkreisen wird. Die Metallkapsel mit der Asche werde später beim Wiedereintritt von Teilen der Rakete in die Erdatmosphäre verglühen, teilte Schonfeld mit.