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ISS Dennis Tito ist im All

30.04.2001 ·  Der teuerste Urlaub des Jahres hat begonnen: Der 60-jährige Weltraumtourist Dennis Tito ist am Samstag ins All gestartet.

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Dennis Titos Traum ist in Erfüllung gegangen. Der amerikanische Multimillionär hat am Samstag die Erde verlassen und ist an Bord einer russischen „Sojus“-Kapsel auf dem Weg zur internationalen Raumstation ISS. Er wird damit als erster Weltraumtourist in die Geschichte eingehen.

Dafür musste der 60-Jährige tief in seine Privatschatulle greifen und umgerechnet etwa 44 Millionen Mark bezahlen, um sich so einen Platz an Bord der russischen Kapsel zu erkaufen. Die an Finanznot leidende russische Raumfahrtbehörde dankte es ihm, und buchte den Geschäftsmann kurzfristig auf einen Flug zur ISS, nachdem die eigene Raumstation Mir im vergangenen Jahr planmäßig zum Absturz gebracht worden war.

Kosmonauten fühlen sich wohl

Zusammen mit zwei russischen Kosmonauten startete Tito am Samstag um 9.37 (MESZ) vom Raumfahrtzentrum Baikonur. Nach neun Minuten löste sich die „Sojus"-Kapsel planmäßig von ihrer Trägerrakete und trat in die Umlaufbahn ein. Tito und die Kosmonauten, Talgat Musabajes und Juri Baturin, fühlten sich wohl, meldet die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass.

Zunächst hatte die Nasa den Start der „Sojus“-Kapsel verschieben lassen wollen, weil einige Computerprobleme der ISS zu schaffen machten. Außerdem ist immer noch die US-Raumfähre „Endeavour“ an die Raumstation angedockt. Der Leiter der Raumfahrtflüge bei der NASA, Phil Engelauf, hatte gesagt, die „Sojus"-Kapsel würde „ungemütlich nahe“ an das Heck der „Endeavour“ herankommen, wenn sie vor dem Ablegen der Raumfähre andocken würde. Die amerikanische Raumfähre hätte ursprünglich am Samstag von der ISS ablegen sollen.

Ehrenrunden im All

Sollte die Fähre am Montag noch nicht abflugbereit sein, wird sich der Aufenthalt von Dennis Tito im All sogar noch etwas verlängern. Dann müssen die Kosmonauten in der Sojus-Kapsel ein oder zwei Ehrenrunden um die Erde einlegen, um die Wartezeit zu überbrücken. Die Nasa hatte sich aus Sicherheitsgründen lange Zeit gegen eine Reise Titos ins All ausgesprochen. Der schon etwas ältere Weltraumurlauber musste schriftlich versichern, für alle von ihm angerichteten Schäden auf der ISS im Ernstfall zu bezahlen und auf jeden Schadenersatz zu verzichten, sollte bei seiner ungewöhnlichen Reise irgend etwas schief gehen.

Tito ist die Weltraumtechnik allerdings nicht völlig neu: Er hatte in den 60er Jahren für die Nasa als Ingenieur gearbeitet, und dabei unter anderem die Flugbahnen für die Marssonden Mariner berechnet. Später gründete er eine erfolgreiche Investmentfirma. Sein Vermögen wird auf 200 Millionen Dollar geschätzt.

Quelle: @mg, mit Material von Reuters
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