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Irak-Krieg Jessica Lynch schweigt über Kriegsgefangenschaft

08.04.2003 ·  Die aus Kriegsgefangenschaft befreite amerikanische Soldatin ist auf dem Weg der Besserung. Angaben über die Zeit, in der sie in einem irakischen Krankenhaus interniert war, will sie noch nicht machen.

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Die aus irakischer Kriegsgefangenschaft befreite amerikanische Soldatin Jessica Lynch hat auch ihrer Familie nichts über ihre Gefangenschaft und die Ursachen für ihre schweren Knochenbrüche gesagt. „Sie wird darüber reden, wenn sie bereit ist“, sagte ihr Vater Graig Lynch am Dienstag im pfälzischen Landstuhl. Die 19-Jährige sei in besserer Verfassung, als er erwartet habe. Graig Lynch war mit seiner Frau, Jessicas Bruder und Schwester sowie einem Cousin nach Deutschland gereist.

Sie wollten auch anderen Familien von Kriegsgefangenen und Opfern Mut machen, sagte Graig Lynch. Jedes Mitglied trug als Symbol für diese Verbundenheit eine gelbe Schleife an der Brust. „Jessica will vor allem nach Hause“, berichtete ihr Bruder Graig junior, der auch in der amerikanischen Armee dient. Über die Kriegserfahrungen wolle die junge Frau aus Palestine in West Virginia im Moment nicht reden. Jessica Lynch war vergangene Woche in einer spektakulären
Aktion befreit worden, nachdem sie am 23. März in irakische Gefangenschaft geraten war.

Dank der Eltern für Befreiung

„Sie macht sich große Sorgen um ihre Kameraden“, sagte ihr Bruder. Ihm und der ganzen Familien seien die Tränen gekommen, als sie am Sonntag das Krankenzimmer betraten. Jessica Lynch sei inzwischen auch schon aufgestanden und habe bis zu vier Stunden im Rollstuhl gesessen. „Sie weiß nicht, dass sie in den USA schon eine Legende ist, wir müssen sie langsam darauf vorbereiten“, meinte der Bruder.

Vater und Bruder dankten den Soldaten für die Befreiung von Jessica Lynch. Der Kommandeur des amerikanischen Hospitals David R. Rubenstein wählte erneut einen anderen Ort für die Pressekonferenz. Er präsentierte die Familie vor einem Haus der Fisher Foundation, die sich vor allem in den USA um die heimatferne Unterbringung von Familien der verwundeten amerikanischen Soldaten kümmert. In Landstuhl gibt es zwei dieser Heime, die über Spenden von der Stiftung unterstützt werden.

Barsani in Landstuhl?

Rubenstein gab kein Datum für die Rückkehr der Soldatin in die Vereinigten Staaten an. „Jessica Lynch und ihre Familie sind sehr tapfer“, betonte der Offizier. Die Anwesenheit der Familie solle der Obergefreiten bei der schnellen Genesung helfen. In dem US Medical Center werden derzeit 325 verwundete oder erkrankte Soldaten aus dem Kriegsgebiet behandelt, 134 von ihnen erlitten Verletzungen in Kampfhandlungen.

Unter den Verletzten in Landstuhl ist auch ein Kurde, der bei dem irrtümlichen Bombardement von US-Kampfflugzeugen auf einen Konvoi mit kurdischen und US-Spezialeinheiten am Wochenende schwer verletzt wurde. Die Airbase wollte erneut Angaben von Exil-Irakern in Deutschland, wonach es sich dabei um den Kurdenfunktionär Wadschi Barsani handelt, nicht bestätigen.

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