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Internet Mehr als die Hälfte der Deutschen ist online

23.06.2004 ·  Das Internet gehört bei den meisten Deutschen inzwischen zum Alltag. Knapp 53 Prozent sind inzwischen online. Auch immer mehr ältere Menschen finden den Weg ins World Wide Web.

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Die deutschen Senioren erobern das Internet. Nach dem am Mittwoch in Berlin vorgestellten „(N)Onliner Atlas 2004“ ist die Online-Gemeinde der über 50jährigen Bundesbürger seit dem vergangenen Jahr um eine Million Nutzer größer geworden. Insgesamt nutzen zwar nur 28,2 Prozent dieser Altersgruppe das weltweite Computernetz. Von den 50- bis 59jährigen ist es aber bereits jeder zweite. Bei den über 60jährigen stieg der Anteil der Onliner seit 2003 von 14,6 auf 17,4 Prozent.

Insgesamt nutzen dieser Untersuchung zufolge 33,9 Millionen Deutsche oder 52,6 Prozent der Bundesbürger über 14 Jahren das Internet. Das sind 1,8 Millionen oder drei Prozent mehr als 2003. 41 Prozent bleiben offline, 6,6 Prozent planen eine Nutzung des Netzes.

Ost-West-Gefälle nimmt ab

Das früher beobachtete Nutzungsgefälle von West nach Ost hat sich nach der jüngsten Untersuchung etwas geglättet. Zwar liegen außer Berlin alle ostdeutschen Länder unter dem Bundesdurchschnitt, doch gilt dies auch für vier westdeutsche Länder. Am höchsten ist die Internet-Nutzung mit 57,6 Prozent in Berlin, gefolgt von Schleswig-Holstein (56,3) und Hessen (56,0). Weit unterdurchschnittlichgenutzt wird das Netz in Mecklenburg-Vorpommern (44,5), Saarland (46,8) und Sachsen-Anhalt (46,1).

Mit einem Onliner-Anteil von 60,3 Prozent liegt der Regierungsbezirk Darmstadt absolut an der Spitze. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl leben dort eineinhalbmal so viele Web-Nutzer wie in Mecklenburg-Vorpommern. Nicht aus der Studie hervorgeht, ob die Tatsache, daß der Internet-Provider T-Online in der Region Darmstadt seinen Hauptsitz hat den Wert positiv beeinflußt.

Mehr Frauen sind online

Auf dem Vormarsch im Internet sind auch Frauen, auf deren Konto ein Großteil der Zuwachses der vergangenen zwölf Monate geht. Allerdings liegt ihr Anteil immer noch weit hinter dem der Männer. Der Onliner-Anteil der weiblichen Bevölkerung über 14 Jahre stieg von 42,1 auf 45,6 Prozent, während der Anteil der Männer nur geringfügig von 58,8 auf 60,4 Prozent zunahm.

Bei der Art des Internet-Zugangs dominieren noch die langsamen analogen Modem-Verbindungen (32 Prozent) und die etwas schnelleren, aber schmalspurigen ISDN-Zugänge (40 Prozent). 27 Prozent der Onliner nutzen die schnelle, breitbandige DSL-Technik und verfügen damit über eine Grundvoraussetzung, um sich kabellos über ein „Wireless Local Area Network“ (W-LAN) ins WWW einwählen zu können. Allerdings haben sich erst neun Prozent der Onliner ein solches W-LAN im eigenen Haushalt eingerichtet. Der Traum „immer und überall online“ zu sein ist daher nach Ansicht der Forscher keine Illusion mehr.

Ziel: Bis 2006 75 Prozent im Net

Bei der Vorstellung der Untersuchung nannte Staatssekretär Alfred Tacke vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit als Ziel die Erhöhung des Onliner-Anteils auf 75 Prozent bis Ende des Jahres 2006. Helfen solle dabei ein Mitte Juli zu startender Wettbewerb um die besten „Wege ins Netz“. Das Internet sei der Wachstumsmotor der Informationsgesellschaft, und insgesamt sei Deutschland hier auf einem guten Weg. Nirgendwo gebe es so viele Web-Seiten wie in Deutschland: Mit 85 Seiten pro 1000 Einwohner liege Deutschland noch vor den USA, wo es nur 60 Seiten pro 1000 Einwohner gebe. Etwa sieben Prozent des Internet sei deutschsprachig.

Der zum vierten Mal erschienene „(N)Onliner Atlas“ ist das repräsentative Ergebnis von 30.000 Telefoninterviews. Er ist ein gemeinsames Projekt des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid und der von Wirtschaft und Politik getragenen Initiative D21, zu deren Projekten auch „Girl's Day“ oder „Netzwerk für die Zukunft“ gehören.

Quelle: @FAZ.NEt mit Material von AP und dpa
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