12.12.2003 · Die Regulierungsbehörde verbietet von Sonntag an Dialer mit 0190-er oder 0900-er-Nummern. Erlaubt ist nur noch eine Einwahl über 09009-Nummern und diesen Zugang kann sich jeder Nutzer bei seinem Netzbetreiber sperren lassen.
Die Verbraucher in Deutschland werden vor einer Abzocke im Internet durch automatische Einwählprogramme besser geschützt. Von Sonntag an dürfen die so genannten Dialer nur noch unter Rufnummern mit (0)9009 betrieben werden - und die kann jeder User bei seinem Netzbetreiber sperren lassen.
Dialer, die noch 0190-er oder 0900-er-Nummern verwenden, seien vom 14. Dezember an illegal, erklärte am Freitag die Regulierungsbehörde in Bonn. Damit besteht nach Auffassung der Behörde für diese Nummern keine Zahlungspflicht mehr.
Dialer sind ein Weg, für Internetinhalte zu bezahlen. Ein besonderes Zugangsprogramm wählt eine bestimmte Telefonnummer an, um so eine spezielle Internetverbindung zu teils erheblich höheren Preisen als normal herzustellen. In Verruf gekommen sind Dialer, weil unseriöse Geschäftemacher versucht haben, die Anwahlprogramme heimlich auf den Computer des Nutzers zu schmuggeln, der dies dann erst mit der Telefonrechnung bemerkte.
Netzbetreiber kann die 09009 sperren
Deshalb hat die Regulierungsbehörde Dialern inzwischen eine besondere Rufnummerngasse 09009 zugewiesen, die vom Netzbetreiber auf Wunsch des Kunden gesperrt werden kann, ohne andere kostenpflichtige Telefondienste zu blockieren. Sollte sich dann trotzdem ein Dialer vom heimischen Computer aus einwählen, „so kann er sich nur illegal aus einer anderen Rufnummerngasse eingewählt haben und es besteht kein Zahlungsanspruch“, betonte die Regulierungsbehörde. Dialer müssen zudem registriert sein. 507 Einwahlprogramme sind bisher nach den Angeben der Behörde für die neue Zugangsnummer eingetragen worden.
Lücke im System
Doch warnen Verbraucherschützer schon vor der nächsten Lücke im System. Anstatt einer 0900- oder 0190-Nummer haben die Verbraucherschützer Sachsen eine kostenpflichtige Rufnummer ausgemacht, die mit den Ziffern 0088 beginne. Angewählt werde damit eine teure EMSAT-Satelliten-Verbindung. In diesem Fall nütze eine Sperre der 0190-/0900-Rufnummern nichts, warnen die Verbraucherschützer. Grundsätzlich sind von Dialern nur Internetnutzer betroffen, die sich per ISDN- oder analoger Leitung ins Internet einwählen.
Schutz gegen Dialer bieten spezielle Programme, so genannte Dialer-Blocker. Sie lassen nur Einwahlnummern ins Internet zu, die der Anwender vorher eingegeben hat. Wer von einem Dialer betroffen ist, sollten gegen die entsprechende Rechnungsposition schriftlich widersprechen, raten die Verbraucherschützer. Darüber hinaus empfehlen sie, auf dem Computer keine Dateien zu löschen, sondern bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt wegen Verdachts des Computerbetruges zu erstatten und dabei die Festplatte des Computers zwecks Sicherung der Beweise zu übergeben.
Sollten nach dem Stichtag 13. Dezember noch Dialer über 0190 oder 0900 betrieben werden, werde die Regulierungsbehörde dagegen vorgehen. Verbraucher können sich mit Fragen und Beschwerden wenden an die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Außenstelle Meschede, Postfach 1151, 59851 Meschede, Telefon 01805-342537, email: dialer.postfach(at)regtp.de