Zwei Astronauten des an der Internationalen Raumstation ISS angedockten Shuttle Endeavour sind ins All ausgestiegen, um ein für die Energieversorgung der Station zunehmend ernstes Problem zu beseitigen. Die Amerikaner Linda Godwin und Daniel Tani befestigten erfolgreich Wärmedecken an zwei Motoren, die die Bewegung des mächtigen ISS-Sonnensegels in Richtung Sonne steuern. Diese Maschinen liefen in der Vergangenheit häufig zu hochtourig und setzten sogar mehrere Male aus.
Bei der Weltraumbehörde Nasa herrschte Besorgnis, die Motoren könnten am Ende völlig ausfallen und damit die Stromversorgung für die ISS gefährden. Als Grund für das Problem werden die extremen Temperaturschwankungen angenommen, denen das Motoren-Schmieröl bei den Erdumkreisungen ausgesetzt ist. Die mehrlagigen Thermaldecken sollen für konstantere Wärme sorgen.
Kleine Funktionsstörung nicht beseitigt
„Es ist prima gelaufen“, lobte Nasa-Sprecher Gregory Lange in der Bodenzentrale Houston nach dem vier Stunden und elf Minuten langen Arbeitsaufenthalt des Duos im All. Lange zufolge gab es nur einen winzigen Wermutstropfen. Die Astronauten konnten trotz aller Bemühungen einen bestimmten Riegelmechanismus am Sonnensegel nicht betätigen. Das beeinträchtige die Funktion aber nicht und sei ein kleineres Problem, das zu einem späteren Zeitpunkt von den ISS-Dauerbewohnern noch einmal in Angriff genommen werden solle.
Das Shuttle Endeavour ist seit Freitag an der Station angedockt und hat eine frische Crew für die Station mitgebracht. Das voraus gegangene dreiköpfige Dauer-Team wird an Bord der Raumfähre wieder zur Erde zurückkehren. Das Abdocken ist für Freitag oder Samstag geplant.