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Indonesien : Der Kelud bedeckt große Teile Javas mit Vulkanasche

Plastikplanen für Borobodur: Die kolossale Pyramide des buddhistischen Tempels bei Jogjakarta wird notdürftig vor der Vulkanasche geschützt Bild: AP

Eine der gefährlichsten Vulkane Indonesiens ist wieder ausgebrochen. 200.000 Menschen sind auf der Flucht, Flughäfen und Schulen wurden geschlossen.

          Die Asche auf den Autos wirkt wie eine Schicht grauer Schnee, die ländlichen Gebiete mit ihrer tropischen Vegetation sehen aus wie Winterlandschaften. Doch auf den Bildern, die zur Zeit von der indonesischen Insel Java kommen, ist nicht Schnee zu sehen, sondern Vulkanasche.

          Till  Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          In der Nacht zum Freitag ist dort der Kelud ausgebrochen und hat einen großen Teil der am stärksten besiedelten Insel des Archipels mit einer zentimeterdicken Schicht überzogen. Das Grollen aus dem Vulkan soll im 130 Kilometer entfernten Surabaya zu hören gewesen sein und sogar im noch weiter entfernten Jakarta. Der Ausbruch schlug 200.000 Menschen in die Flucht, die in Dörfern in einem Umkreis von zehn Kilometern um den Vulkan leben. Sie machten sich auf Lastwagen, in Autos und auf Mopeds davon, Tücher vor dem Mund, damit die Asche nicht in die Atemwege gelangte. In dem Ort Malang kamen zwei Personen ums Leben, weil die Dächer ihrer Häuser unter der Last des Vulkangesteins zusammen brachen. Dabei soll es sich um einen Mann und eine Frau gehandelt haben, die beide über 60 Jahre alt waren. „Die Häuser waren schlecht gebaut und sind offenbar leicht unter dem Gewicht eingestürzt“, sagte Sutopo Purwo Nugroho vom nationalen Katastrophenschutz der „Jakarta Post“. Viele Menschen in der Region trugen Mundschutz oder Gasmaske, um zu verhindern, dass die Asche in die Atemwege gelangte.

          Wegen der großen Menge Asche mussten Flughäfen und Schulen geschlossen werden. Mehrere Fluggesellschaften stellten ihre Flüge nach Südostasien teilweise ein. Flüge in die von der Asche getroffenen Städte wie Surabaya, Jakarta und Solo wurden abgesagt. Insgesamt konnten Hunderte Flüge nicht stattfinden. Das Auswärtige Amt in Berlin wies darauf hin, dass der Flugverkehr in Indonesien beeinträchtigt sei. Reisende sollten sich über die Medien informieren und den Anweisungen der örtlichen Behörden folgen.

          Kein Zusammenhang mit dem Vulkanausbruch auf Sumatra

          Schon seit dem 2. Februar hatte es Anzeichen für einen Ausbruch des Kelud gegeben. Die höchste Warnstufe soll am Donnerstagabend aber erst kurz vor dem Ausbruch ausgerufen worden sein. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring mit etwa 130 aktiven Vulkanen. Der 1731 Meter hohe Kelud gehört zu den gefährlichsten. Seit dem 16. Jahrhundert sind dort mehr als 15.000 Menschen bei Ausbrüchen ums Leben gekommen. Zuletzt war der Vulkan im Jahr 2007 ausgebrochen. Im Jahr 1990 gab es eine größere Eruption mit mehreren Dutzend Toten. Bei einem Ausbruch im Jahr 1919 waren es sogar mehr als 5.000 Todesopfer.

          Die Eruptionen waren auch in weit entfernten Gebieten noch als Erdbeben zu spüren. Die Asche wurde bis zu 17 Kilometer hoch in den Himmel geschleudert. Sogar in der mehr als 500 Kilometer entfernten Stadt Bandung sollen Partikel gelandet sein. Fachleute äußerten die Befürchtung, dass die Asche bis in die Hauptstadt Jakarta getragen werden könnte. Auch die berühmte Tempelanlage Brobodur war mit Asche überzogen. Das flächenmäßig größte buddhistische Bauwerk der Welt musste für Besucher geschlossen werden. Einige der wertvollen historischen Stupas wurden mit Planen geschützt.

          Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono rief am Freitag das Kabinett zusammen, um die Lage in den mit Asche bedeckten Landesteilen zu erörtern und die Hilfe zu koordinieren – nicht zum ersten Mal in den vergangenen Wochen, in denen schon der Vulkan Sinabung auf der Insel Sumatra immer wieder gefährliche Aschewolken ausgestoßen hatte. An seinem Fuß waren bei den jüngsten Ausbrüchen 16 Personen ums Leben gekommen. Ein Vulkanologe sagte dem „Jakarta Globe“ aber am Freitag, es gebe keine Verbindung zwischen dem Ausbruch des Sinabung und dem des Kelud.

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