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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Indischer Ozean Tsunami-Warnung wieder aufgehoben

 ·  Eine Serie von schweren Erdbeben hat den Indischen Ozean vor der Küste Sumatras erschüttert. Millionen Menschen in den Anrainerstaaten konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, weil das von Deutschland entwickelte Tsunamiwarnsystem bestens funktionierte.

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Herbert Sax
Herbert Sax (H.Sax) - 11.04.2012 16:49 Uhr

Nicht jedes Erdbeben verursacht eine Tsunami und nicht vor jedem Tsunami spürt man ein Erdbeben

Ein Tsunami breitet sich mit etwa 1000 Stundenkilometer aus. Nach dem letzten Sumatra-Andamanen-Beben versprach die Bundesregierung Indonesien ein Warnsystem zu spendieren. Dieses bestand aus Tiefseesensoren die den Wasserdruck erfassten und ihre Daten an Bojen sandten die sie an einen Satellit weiterleiteten. Eigentlich ein wirkames und effizientes System das auch kurzzeitig funktionierte. Leider rechnete man nicht mit den Fischern in dieser Gegend die die Bojen kappten und zuhause auf Verwertbares ausschlachteten. So kamen nach und nach diese teuren High-Tech-Bojen abhanden, auch diejenigen die ersetzt wurden, bis die finanziellen Mittel erschöpft waren. Das System ist jetzt tot. Die nächste Methode wäre die Meerespiegelhöhe mit mehreren Radarsatelliten zu erfassen aber das kostet extrem viel Geld und wer finanziert das? Wahrscheinlich niemand denn Indonesien hat nicht die Mittel dazu.

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Frank Wunderlich-Pfeiffer

Und wieder eine von hunderten nutzlosen Tsunamiwarnungen

Wozu gibt man in Sri Lanka eine Tsunamiwarnung heraus, wenn nicht einmal in Indonesien ein Tsunami aufgetreten ist? Es dauert mehrere Stunden bis ein Tsunami die Gegend erreicht, da kann man es verantworten, 30 oder 45 Minuten abzuwarten bevor man hunderttausende in Angst und Schrecken versetzt.

Was haben hunderte Tsunamiwarnungen bisher gebracht?

2006 Java - Warnung erhalten, aber nicht heraus gegeben. (Mglw. haben die Behörden die Warnung zu spät erhalten.)
2007 Kurilen - kleiner Tsunami, keine Schäden.
2007 Solomonen/2009 Samoa - lokal große Tsunamis, trafen innerhalb von Minuten nach dem Erdbeben, Warnungen im gesamten Pazifikraum (Hawaii bis Neuseeland!) ohne jeden Schaden
2010 Chile - lokal keine/zu späte Warnung, Warnung im gesamten Pazifikraum, selten über 1m Höhe
2011 Japan - Tsunamiwarnung bereits bei Vorbeben am 9.3.2011, Warnung beim Hauptbeben wird kaum ernstgenommen (siehe Überwachungskameravideos), praktisch keine rechtzeitige Evakuierung

Mehr Schaden als Nutzen!

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.04.2012 12:45 Uhr
Frank Wunderlich-Pfeiffer

Beides habe ich erwähnt

Bereits im ersten Absatz schrieb ich, dass man in Sri Lanka wegen der großen Entfernung tatsächlich mehrere Stunden Zeit hatte abzuwarten, ob überhaupt ein Tsunami entstanden ist. Das zu tun ist man der Bevölkerung schuldig.

Auch erwähnte ich (soweit das wegen des 1000 Zeichen Limits möglich ist), dass die Zeit zwischen Erdbeben und auftreffen eines potentiell gefährlichen Tsunamis bei schwachen Erdbeben wegen der kurzen Reichweite des Tsunamis z.B. im Fall der Solomonen und Samoa, zu kurz für jede Warnung ist.

Wenn der Tsunami vor der Warnung kommt, ist die Warnung unsinnig. Wegen der hohen Ausbreitungsgeschwindigkeit ist also eine Warnung vor Tsunamis die nur lokal ernsthafte Höhen erreichen *können* nutzlos.

Wenn ein Erdbeben keinen Tsunami mit großer Reichweite auslösen kann ist die Warnung zwecklos, da der Tsunami vor der Warnung vor ihm ankommt. Nur die 10-20 stärksten jemals gemessenen Erdbeben hatten überhaupt das Potential dazu. Gewarnt wird aber sehr viel öfter.

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Andreas Friedrich

Das Problem

ist die hohe Ausbreitungsgeschwindigkeit der Tsunami-Wellen. Will man warten, bis man die Art der Plattenbewegungen bestimmt hat, sind die nächsten Küsten bereits überflutet, ehe die Warnung ankommt. Da die Wellen dort aber am höchsten sind, gibt es dort die größten Opferzahlen. Also wird gewarnt, sobald ein Beben der nötigen Stärke (>M7) registriert wird, zumal, wie es 1998 vor Papua-Neuguinea geschah, Erdbeben Hangrutsche unter Wasser verursachen können. Diese Hangrutsche entlang des Schelfs können selbst wieder für Tsunamis sorgen. Wie Sie sehen, ist das Problem wesentlich komplizierter.

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Frank Wunderlich-Pfeiffer

Man warnt ja ständig

Und am Ende hat es noch nie ernsthaft etwas gebracht. Wenn im Pazifkraum vor einem Tsunami gewarnt wird, dann kann man zu 99% davon ausgehen, dass kein Tsunami kommen wird.

Wenn dann ein Tsunami kommt, bleiben zehntausende wo sie sind, weil andauernd jemand "Hilfe, Wolf" ruft. Denn was ich aufführte waren nur die Tsunamiwarnungen bei denen tatsächlich ein Tsunami auftrat. Es gab in der zwischenzeit über 100 weitere Beben bei denen über tausende Kilometer Tsunamiwarnungen sinnfrei schon bei (für einen Tsunami) sehr leichten Beben heraus gegeben werden.

Irgendwann sind es die Leute leid, immer wieder sinnlos um ihr Leben zu rennen. Der Schaden zeigt sich erst, wenn es ernst wird. Einmal zu viel gewarnt ist in der Tat besser als einmal zu wenig.

Wenn aber hunderte Male zu viel gewarnt wird, ist das gefährlicher einmal zu wenig. Denn dann wird den Warnungen nie *wirklich* geglaubt. Denn bedenken sie, eine Tsunamiwarnung heißt: Alles stehen und liegen lassen, renn um dein Leben!

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Jack Banana

Ja wenn man dann ...

... im warmen Sessel in Deutschland sitzt, kann man schoen seinen Senf dazugeben.

Bevor es wieder abertausende Tote gibt, muss man definitiv warnen - Danke an die gut funktionierende Infrastruktur! Hier in Singapur hats auch gut geschwankt, und das ist ziemlich weit entfernt. Haben Sie schon ein Erdbeben miterlebt? Oder sind Sie nur Theoretiker?

Nichts fuer ungut ...

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