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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Indien „Hitler“-Laden empört jüdische Gemeinde

 ·  Zwei indische Geschäftsleute nennen ihr Modegeschäft „Hitler“. Ghandi-T-Shirts kann man dort kaufen. Die jüdische Gemeinde protestiert und dringt auf einen Namenswechsel. Doch dafür soll sie nach dem Willen der Inhaber bezahlen.

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© dpa „Ich habe zu viel an Werbung für mein Geschäft bezahlt“, sagt Ladenbesitzer Rajesh Shah.

Rajesh Shahs Kleiderladen heißt „Hitler“, in großen weißten Buchstaben steht der Name über dem Geschäft. Der Inder verkauft dort etwa T-Shirts mit Ghandi-Aufdruck, Jeans und Hemden für Männer. Im I-Punkt befindet sich ein rotes Hakenkreuz, eigentlich eine Swastika, die Glück, Ruhm und Reichtum symbolisiert. Doch zusammen mit dem Namen des Diktators wirkt das wie ein kalkulierter Tabubruch. Shah und sein Geschäftspartner bestreiten die Reminiszenz an die nationalsozialistische Vergangenheit. Beide beteuern den Laden nach einem Onkel benannt zu haben, der wegen seiner Strenge als „Hitler“ bezeichnet worden sei.

Im August hatten sie das „Hitler-Geschäft“ in der indischen Millionenstadt Ahmedabad eröffnet, der größten Stadt des Bundesstaates Gujarat. Ahmedabads jüdische Gemeinde habe sofort verlangt, das Geschäft umzubenennen, sagte Shah. „Aber nach Auskunft unseres Anwalts haben wir kein indisches Recht gebrochen.“ Die israelische Generalkonsulin im Mumbai zeigte sich geschockt von der „taktlosen“ Namensgebung. Im Sender BBC kündigte sie an, den Fall bei der Regierung von Gujarat anzusprechen.

Jüdische Gemeinde soll für Umbenennung bezahlen

Auch im Internet formierte sich Protest. Mit Hilfe einer Online-Petition sollen die Behörden dazu gebracht werden, den Ladeninhabern die Verkaufslizenz zu entziehen. „Der Mörder von sechs Millionen Juden darf keinen Platz im Lande Gandhis haben“, schreibt einer der Initiatoren.

Nach den heftigen Protesten erwägen sie nun, den Namen zu ändern. Die historische Bedeutung sei ihnen nicht bewusst gewesen. Wenn sein Partner in wenigen Tagen von einer Auslandsreise nach Indien zurückkehre, würden sie über einen Namenswechsel entscheiden, sagt Shah. Doch dafür soll die jüdische Gemeinde bezahlen. Der New York Times sagte er: „Ich habe zu viel an Werbung für mein Geschäft bezahlt.“

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