Home
http://www.faz.net/-gum-780ov
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

In 6 Stunden zur ISS Rekordflug mit russischer Sojus-Kapsel

Mit einem bahnbrechenden Manöver haben drei Raumfahrer aus Russland und den Vereinigten Staaten Geschichte geschrieben. In deutlich weniger als sechs Stunden und damit so schnell wie noch nie erreichen die Männer die Raumstation ISS.

© dpa Vergrößern Start der Trägerrakete mit der Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof in Baikonur

Historischer Flug ins All: In der Rekordzeit von knapp sechs Stunden haben drei Männer die Internationale Raumstation ISS erreicht. Die Sojus-Kapsel mit den russischen Kosmonauten Pawel Winogradow und Alexander Missurkin sowie dem amerikanischen Astronauten Chris Cassidy an Bord dockte wie geplant in der Nacht zum Freitag an der ISS an. Bislang waren dafür zwei Tage nötig. Das Staatsfernsehen übertrug den Start sowie das Andockmanöver um 3.29 Uhr MEZ - etwa zwei Minuten früher als geplant - live.

5 Stunden und 46 Minuten zuvor war die Sojus mit einer gleichnamigen Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. „Das bemannte Raumschiff ist an das „Poisk“-Modul der ISS angedockt. Alle Systeme funktionieren normal“, verkündete eine Stimme über Lautsprecher. Auf dem Weg zur ISS umrundete Sojus TMA-08M viermal die Erde. Um 5.10 Uhr MEZ sollten die Verbindungsluken geöffnet werden. Russland ist seit dem Aus der US-Space-Shuttles das einzige Land, das Menschen ins All und wieder zurück transportieren kann.

Unabhängiger Bordcomputer macht Kurzflug möglich

Das neue „kurze Schema“ ist möglich, da der digitale Bordcomputer nun unabhängig vom Flugleitzentrum in Koroljow bei Moskau arbeitet. Ein ständiger Funkkontakt mit der Bodenstation ist damit nicht mehr nötig. Der Schnellflug war seit August 2012 mit drei verschiedenen unbemannten Raumfrachtern getestet worden.

„Wir werden sicherlich einen weiteren Flug nach dem schnellen Schema durchführen“, sagte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin, der Agentur Itar-Tass zufolge. „Danach werden wir genau alle biologischen Faktoren der Crew prüfen und dann entscheiden, ob der Schnellflug zum Standard wird“, sagte Popowkin.

Winogradow feiert 60. Geburtstag im All

Während ihres gut fünfmonatigen Aufenthaltes in rund 410 Kilometern Höhe stehen für die Raumfahrer unter anderem fünf Ausstiege ins All sowie Dutzende Experimente auf dem Programm. Die drei Männer haben alle Weltraumerfahrung. Winogradow, der am 31. August in rund 410 Kilometern Höhe seinen 60. Geburtstag feiert, ist der älteste Russe im All.

Mit der Ankunft der „Neulinge“ erreicht die Crew wieder ihre sechsköpfige Sollstärke. Auf der ISS arbeiten derzeit Chris Hadfield (Kanada), Thomas Marshburn (Vereinigte Staaten) und Roman Romanenko (Russland), die im Mai auf die Erde zurückkehren sollen.

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Montagearbeiten im All Wilmore und Virts beenden ISS-Außeneinsatz

Die beiden amerikanischen Astronauten haben Andockmöglichkeiten für neue Raumschiffe vorbereitet. Dafür sind jede Menge Kabel, Stecker, Adapter und Antennen verlegt worden. Mehr

02.03.2015, 23:55 Uhr | Wissen
Drei ISS-Raumfahrer wohlbehalten wieder auf der Erde

Nach rund einem halben Jahr in der internationalen Raumstation (ISS) sind zwei russische und ein amerikanischer Raumfahrer wieder zurück auf der Erde. Die drei Männer landeten wie geplant und wohlbehalten um 04.23 Uhr in einer Sojus-Kapsel in der kasachischen Steppe, wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am frühen Donnerstag mitteilte. Mehr

11.09.2014, 09:27 Uhr | Wissen
All-Amibitionen Russland auf eigenen Wegen im Weltraum

Ende der Zusammenarbeit: Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos will aus dem ISS-Projekt aussteigen. Sie wollen eine eigene Raumbasis betreiben – und an alte Zeiten anknüpfen. Mehr Von Manfred Lindinger

02.03.2015, 09:17 Uhr | Gesellschaft
Nasa Mars-Raumkapsel Orion schafft Erstflug

Die neue amerikanische Raumkapsel Orion, die in zwei Jahrzehnten erstmals Menschen zum Mars bringen soll, hat ihren ersten Testflug ins All erfolgreich absolviert. Eine Delta-IV-Trägerrakete mit der Kapsel startete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im Bundesstaat Florida. Nach dem viereinhalbstündigen, unbemannten Testflug landete Orion laut der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa planmäßig sicher im Pazifik. Mehr

05.12.2014, 22:24 Uhr | Aktuell
Die Zukunft der ISS Russland plant eigene Raumbasis

Die Russen wollen in der Raumfahrt von 2024 an wieder eigene Wege gehen. Ein Außenposten und eine Mondmission sind geplant. Für die internationalen Partner ist das eine gute und eine schlechte Nachricht zugleich. Mehr Von Manfred Lindinger

26.02.2015, 15:59 Uhr | Wissen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 29.03.2013, 03:40 Uhr

Oscar-Preisträgerin Julianne Moore liebt den Kölner Karneval

Schauspielerin Julianne Moore erinnert sich gerne an ihre Jahre in Deutschland, Prinz William setzt sich in China gegen Wilderei ein, und Madonna möchte sich mit der Chefin des Front National austauschen – der Smalltalk Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden