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Immendorff darf vorerst nicht mehr lehren

28.10.2003 ·  Mehr als zwei Monate nach seiner Kokainaffäre ist der Maler und Kunstprofessor Jörg Immendorff vom Dienst an der Düsseldorfer Kunstakademie suspendiert worden.

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Mehr als zwei Monate nach seiner Kokainaffäre ist der Maler und Kunstprofessor Jörg Immendorff vom Dienst an der Düsseldorfer Kunstakademie suspendiert worden. Das bestätigte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministeriums am Montag. Die Suspendierung sei vorläufig. Sie sei "auf Grund der gebotenen dienstrechtlichen Abwägung" angeordnet worden.

Damit darf Immendorff bis auf weiteres nicht mehr an der Akademie unterrichten. Sollte sich der Vorwurf des Kokainbesitzes in erheblicher Menge bestätigen, sei dies eine "gravierende Pflichtverletzung" und mit dem Amt eines beamteten Hochschullehrers unvereinbar, heiße es vom Ministerium weiter. Immendorff war vor zweieinhalb Monaten mit neun Prostituierten und reichlich Kokain in der Luxussuite eines Düsseldorfer Hotels von Polizisten überrascht worden.

Maler muß mit Anklage rechnen

Der 58 Jahre alte Maler muß nun mit einer Anklage und einem Prozeß wegen Rauschgiftbesitzes rechnen. Für den Besitz einer nicht geringen Menge Kokain ist eine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr vorgesehen. Damit droht Immendorff auch der Verlust seines Beamtenstatus und seiner Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie. Seinen Exzeß hatte der Künstler als Flucht vor seinem unheilbaren Nervenleiden bezeichnet. "Ich glaubte, ich könnte meine Panik vor dem schleichenden Verfall runterdimmen. Ein Irrtum", sagte Immendorf nach dem Vorfall im Magazin "Stern". Nach eigenen Angaben leidet er seit fünf Jahren an Amyotropher Lateralsklerose (ALS).

In den siebziger Jahren war Immendorffs Lehrer Joseph Beuys vom damaligen nordrhein-westfälischen Wissenschaftsminister Johannes Rau von der Kunstakademie verwiesen worden. Einen späteren Rechtsstreit hatte Beuys allerdings gewonnen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2003, Nr. 250 / Seite 9
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