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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Hungersnot Hilfe für Hungernde in Afrika

 ·  Die Hungersnot betrifft vor allem die südlichen Regionen Afrikas. Hilfswerke haben umfangreiche Hilfsaktionen gestartet.

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Deutsche Hilfswerke haben eine Ausweitung der Hilfe für das von Hungersnot geplagte südliche Afrika gefordert. Etwa 13 Millionen Menschen seien in den nächsten Monaten nach Angaben der Deutschen Welthungerhilfe von Hunger und Dürre bedroht.

Sie seien auf Hilfe von außen angewiesen, teilte die Organisation am Mittwoch in Bonn mit. Gleichzeitig kündigte sie ein umfangreiches Hilfsprogramm und Projekte im Umfang von drei Millionen Euro für die betroffene Regionen an.

Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen

Besonders schlimm sei die Situation in Simbabwe und Mosambik, hieß es in der Mitteilung der Welthungerhilfe weiter. Dort habe eine lange Trockenheit die letzten Ernten vernichtet. In Simbabwe habe außerdem die umstrittene Landpolitik der Regierung dazu geführt, dass große Flächen nicht mehr bearbeitet und Bewässerungssysteme nicht mehr gepflegt werden.

Etwa 20.000 Menschen sollen deshalb mit Mais, Saatgut und Düngemittel versorgen werden. Es ist geplant, die Hilfsgüter in kleinen Mengen über die Grenze zu bringen und zusammen mit einer lokalen Organisation zu verteilen. Damit werde der Missbrauch von Hilfsgütern für politische Zwecke der simbabwischen Regierung verhindert, teilte die Welthungerhilfe mit.

„Nahrungsmittel für Arbeit“

In Mosambik will das Hilfswerk in den kommenden acht Monaten etwa 23.000 Menschen mit Nahrungsmitteln unterstützen. Durch das Programm „Nahrungsmittel für Arbeit“ sollen zudem die wichtigsten Wege sowie Brunnen und Latrinen in Stand gesetzt oder gebaut werden.

Die Johanniter kümmern sind besonders in Angola um die Nothilfe für Flüchtlingsfamilien. Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und des Auswärtigen Amtes konnte die Hilfsorganisation rund 100.000 Menschen mit Hygieneartikeln, Decken und Planen versorgen. Außerdem unterstütze sie Gesundheitsstationen. Nur 30 Prozent der Bevölkerung hätten Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten.

„Unser Geschäft ist das Retten von Menschenleben“

Im Zentrum der Hilfe des Roten Kreuzes stehen vor allem Kinder und Haushalte, denen der Ernährer fehlt oder die besonders stark von der Aids-Epidemie betroffen sind. Da sich die Kosten für Lebensmittel, Saatgut und Düngemittel verdreifacht haben, ist ein Großteil der Bevölkerung nicht mehr in der Lage, die Felder zu bestellen. Der Hunger bedroht in zunehmenden Maße die HIV-infizierten Feldarbeiter.

„Die Krise droht nicht mehr, sie hat bereits begonnen“, stellte der regionale Koordinator Renny Nancholas der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften am Montag in Johannesburg fest. Frustriert wies er darauf hin, dass Spenden in der Regel erst dann in ausreichendem Maße fließen, wenn erste Bilder von Hungertoten auftauchen. „Wenn die Leute sterben, ist es immer zu spät. Unser Geschäft ist das Retten von Menschenleben“, meinte er.

Erst 20 Prozent der Hilfen eingegangen

In den betroffenen Regionen kämen bereits Menschen ums Leben, weil sie nichts zu essen hätten und anfällig für Krankheiten seien, hieß es in dem Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen. Bisher seien erst 20 Prozent der 507 Millionen US-Dollar Nothilfe eingegangen, die für die nächsten neun Monate benötigt würden.

Etwa sechs Millionen Menschen bekommen dem WFP zufolge bereits Lebensmittelhilfe. Ziel sei es, eine stabile Lebensmittelversorgung nach Simbabwe, Malawi, Sambia, Lesotho, Swasiland und Mosambik aufzubauen. Ausserdem müssten vor Beginn der Regenzeit im Oktober Vorräte angelegt werden.

Deutsches Rotes Kreuz, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ: 370 205 00, Spendenkonto 414141, Kennwort: Südliches Afrika, (www.drk.de)

Deutsche Welthungerhilfe, Sparkasse Bonn, BLZ 380 500 00, Spendenkonto 11 15, Kennwort: Südliches Afrika, (www.welthungerhilfe.de)

Quelle: @asne
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