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Humortrainer im Gespräch : „Lachen ist eine Erfrischungskur“

  • -Aktualisiert am

Slapstick funktioniert immer: Über stolpernde Menschen lacht man vermutlich seit fünftausend Jahren schon, vermutet der Humorexperte. Hier Kinder 1958 in einem amerikanischen Kino. Bild: ©Wayne Miller/Magnum Photos

Harald-Alexander Korp ist Humortrainer und spricht über die Wirkung von Witzen, echtes und falsches Lachen und warum Menschen sich nicht tot lachen können.

          Herr Korp, Sie sind einer der dienstältesten Humortrainer Deutschlands. Wie wichtig schätzen Sie den Karneval für uns ein?

          Früher war das sehr wichtig. Als Europa durch das Christentum noch stark religiös geprägt war, war Karneval die einzige Zeit, in der die Kirche den Menschen erlaubt hat, Sünde lustig darzustellen. Sie hatten also quasi den Segen der Kirche zum Spaßhaben. Und da Lachen laut Sigmund Freud bekanntlich als Triebabfuhr gilt, entspannte das den Alltag, der sonst von Regeln und Ordnungen bestimmt wurde. Der Karneval in unserer heutigen, liberalen Zeit hat daher nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Brauch zu tun.

          Was genau passiert beim Lachen im Körper?

          Lachen ist zunächst nichts anderes als tiefes Atmen, und das bedeutet, dass mehr Sauerstoff ins Blut gelangt. Die Gefäße ziehen sich zusammen, was den Blutdruck ansteigen lässt. Jedoch nur für kurze Zeit, denn die Gefäße entspannen sich anschließend und der Blutdruck sinkt. Die gesamte Durchblutung wird also angeregt, was dazu führt, dass wir besser denken können und uns besser fühlen. Daran sind auch die Hormone schuld, die beim Lachen ausgeschüttet werden, beispielsweise Dopamin, Serotonin und Oxytocin. Diese Substanzen stehen eng mit dem körpereigenen Belohnungssystem in Verbindung und wirken sich positiv aus. Auch der Cortisolspiegel, also unser Stresshormon, sinkt ab. Das alles verbraucht natürlich Kalorien. Ich habe es mal ausgerechnet: Zehn Minuten Lachen entspricht in etwa zehn Minuten moderatem Joggen. Deswegen bin ich der Meinung, dass Lachyoga in jedem Fitnesszentrum eingeführt werden sollte. Ist ja auch viel gelenkschonender.

          Dann stimmt das Sprichwort also, dass Lachen tatsächlich die beste Medizin ist?

          Kann man durchaus so sagen. Lachen ist für den gesamten Organismus und Blutkreislauf eine Erfrischungskur. Allerdings gibt es Studien, die untersucht haben, ob Pessimisten oder Optimisten länger leben. Dabei kam heraus, dass heitere Menschen seltener zum Arzt gehen und deswegen durchschnittlich früher sterben als ihre miesepetrigen Gesellen. Davon abgesehen muss man auch bei bestimmten Erkrankungen vorsichtig mit dem Lachen sein. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass für Menschen mit Atemnot oder Herzerkrankungen ein starker Lachanfall unangenehm werden könnte. Auch wenn ich noch nie von jemandem gehört habe, der sich krank- oder totgelacht hat.

          Im Mittelalter gab es angeblich eine Foltermethode, bei der die nackten Fußsohlen des Delinquenten mit Salz eingerieben und von einer Ziege abgeleckt wurden. Die Menschen sollen vor lauter Lachen erstickt sein.

           Nach meinen Recherchen sind die Menschen bei dieser Foltermethode nicht am Lachen gestorben, sondern letztlich an einer Infektion. Die Ziege leckte so lange, bis die Haut an den Fußsohlen wund wurde. Durch die Bakterien im Speichel der Ziege haben sich diese Wunden dann entzündet. Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass man durch das Lachen nicht ersticken kann. Zwar kann es beim Lachanfall zu Atemnot kommen, im Ernstfall setzt sich jedoch der Drang nach Luft gegenüber dem Lachen durch.

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