03.09.2007 · Horst Seehofer versucht verzweifelt in allerletzter Minute noch Punkte im CSU-internen Kampf um den Vorsitz zu machen. Ob ihm das mit Janker mit Hirschhornknöpfen und Krawatten aus Stoffen gelingt, mit denen ansonsten Sofas bezogen werden, ist fraglich.
Ein waschechter Bayer zu sein ist Privileg und Bürde zugleich. In Berlin kann Verbraucherminister Horst Seehofer den Freestyle wagen: sich eine Geliebte nehmen und Herrenanzüge kontinentalen Zuschnitts tragen. Hält er sich aber im bayerischen Freistaat auf und tritt in Kontakt zu seinem Volk, muss er Janker mit Hirschhornknöpfen und Krawatten aus Stoffen anziehen, mit denen ansonsten Sofas bezogen werden. In Bayern verkaufte er sich in diesem Sommer als volkstümlicher Sauber-, Ehe- und Ehrenmann. Gemeinsam mit dem bayerischen Landwirtschaftsminister Josef Miller schnüffelte er etwa im oberbayerischen Siebenecken am urbayerischen Biergewächs, dem Hopfen. Das ist als optischer Wiedergutmachungsversuch zu verstehen, denn mit Bildern wie diesem versucht er verzweifelt, in allerletzter Minute noch Punkte im CSU-internen Kampf um den Vorsitz zu machen.