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Hintergrund Tod auf den Bahngleisen

07.01.2009 ·  Statistisch erlebt es jeder Lokführer drei Mal in seiner Berufslaufbahn, dass sich jemand in Selbstmordabsicht vor den Zug wirft. Meist wird darüber geschwiegen. Die betroffenen Zugführer benötigen anschließend meist psychische Betreuung.

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Es passiert durchschnittlich drei Mal am Tag: Ein verzweifelter Mensch will sich das Leben nehmen und wirft sich deshalb vor einen fahrenden Zug. Meist wird darüber geschwiegen, und die Eisenbahnunternehmen sind extrem zurückhaltend mit Informationen darüber. Am Montag hat der Milliardär Adolf Merckle diese Todesart gewählt. (Siehe: Adolf Merckle tot aufgefunden).

Rund 1.000 Fälle pro Jahr kommen vor. Dabei sind die gescheiterten Fälle nicht mit eingerechnet, bei denen die Opfer zwar überleben, aber oft mit schwersten Verletzungen und Verstümmelungen. Immer aber ist es auch für die Beteiligten extrem strapaziös, die Verstümmelungen zu sehen, gerichtsmedizinisch behandeln oder abtransportieren zu müssen. Jedes Mal ist mindestens ein Lokführer betroffen. Im Fall Merckle sogar zwei: Die Leiche wurde erst von dem Fahrer des nachfolgenden Zuges bemerkt. Der Kollege im Cockpit des Unfallzuges wird trotzdem befragt.

Jeder Lokführer begegnet drei Selbstmördern

Statistisch erlebt es jeder Lokführer drei Mal in seiner Berufslaufbahn, dass sich jemand in Selbstmordabsicht vor den Zug wirft. Wie sehr der Lokführer davon betroffen ist, hängt von den Umständen und von seiner psychischen Konstitution ab.

Der betroffene Lokführer wird anschließend vom Dienst freigestellt und entsprechend seinen Bedürfnissen psychologisch betreut. Nach dieser Phase wird ebenfalls unter Berücksichtigung der Wünsche des Triebfahrzeugführers entschieden, ob er wieder im Führerstand arbeitet. Wenn nicht, stellt die Bahn eigenen Angaben zufolge sicher, dass er an einem anderen Arbeitsplatz tätig werden kann. Sowohl die Gewerkschaft Deutscher Lokführer als auch Transnet erklärten am Dienstag, ihnen sei nichts über Beschwerden von Betroffenen über unangemessene Behandlung bekannt.

Bei strömungsgünstig gestalteten Zugfronten - etwa dem ICE - werden Gegenstände, die bei hoher Geschwindigkeit auf die Zugfront treffen, meist nach oben, also vor die Windschutzscheibe und weiter geschleudert. Bei Regionalzügen rutschen sie unter das Fahrzeug.

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