14.02.2012 · Wegen „umlaufender Gerüchte“ hatte er sie vor fast 400 Jahren gefangen nehmen lassen und verbrannt – jetzt rehabilitiert der Kölner Rat die vorgebliche Hexe Katharina Henot.
Von Reiner Burger, KölnKatharina Henot, Postmeisterin aus einer wohlhabenden, gut katholischen Familie, war bis zuletzt standhaft. Wegen „umlaufender Gerüchte“ hatte der Kölner Rat sie gefangen nehmen lassen. Doch unerschütterlich beteuerte Katharina Henot im Hexenprozess wegen angeblichen „Teufelspakts und Schadenszaubers“ ihre Unschuld. Dreimal folterten ihre Peiniger sie aufs Schlimmste, doch die junge Frau war nicht zum Geständnis bereit. Also übergab man sie als „verstockte Sünderin“ dem kurfürstlichen Hohen Weltlichen Gericht, das ein Todesurteil über sie sprach. Am 19. Mai 1627 schließlich führte man die vorgebliche Hexe auf den Richtplatz in Köln-Melaten, wo schon eine große Menschenmenge wartete. Eine „Vergünstigung“ hatte ihr das Gericht gewährt: Ihr Henker erwürgte sie, dann verbrannte man ihren leblosen Körper auf dem Scheiterhaufen.
Katharina Henot ist in Köln eine Symbolfigur. Ihr Fall markiert den Beginn der Hochphase der Hexenverfolgung in der Stadt. Zudem war die Frau die erste „Hexe“ aus der städtischen Oberschicht. Am Montagabend hat sie der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden des Kölner Rats auch stellvertretend für andere Opfer der Hexenprozesse „sozialethisch“ rehabilitiert. Den Anstoß dazu hatte der pensionierte evangelische Pfarrer Hartmut Hegeler aus Unna gegeben. Er befasst sich seit Jahren mit den Hexenprozessen, denen im 16. und 17. Jahrhundert allein auf dem Boden des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation nach bisherigen Erkenntnissen 25 000 Menschen zum Opfer fielen. In der Freien Reichsstadt Köln, so fand Hegeler heraus, vollstreckte die sogenannte Hexengerichtsbarkeit Todesurteile gegen 33 Frauen, ein Mädchen, drei Männer und einen Jungen.
Ausführlich legte der Kölner Rat am Montag dar, dass eine rechtswirksame Rehabilitierung wegen der ungeklärten Rechtsnachfolge nicht möglich ist. Denn ob jemals eine Rechtsnachfolge festgestellt werden könne, sei zweifelhaft, „da das Heilige Römische Reich Deutscher Nation bekanntlich zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Napoleon liquidiert wurde“. Schon vor der moralischen Ehrenrettung hat Köln sich immer wieder um ein würdiges Andenken bemüht. Die Gesamtschule Köln-Kalk/Höhenberg heißt seit 1992 nach Katharina Henot; auch eine Straße in Neuehrenfeld ist nach ihr benannt. Und seit einigen Jahren gibt es im zweiten Obergeschoss des Rathausturms ein Henot-Denkmal. Angefertigt hat die Ratsturmfigur eine Nachfahrin der Katharina Henot.
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Ausgemachter Schwachsinn der politisch Korrekten
Herbert Sax (H.Sax)
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Haben die sonst nix zom doa??
Jörn-Rolf Heinrich (joernchen)
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Und wer rehabilitiert meine Ahnen?
Petra Meyer (PetraMeyer)
- 15.02.2012, 12:29 Uhr
So etwas gab es in Europa nur ca. bis ins Jahr 1800 ...
Michael Meier (never1)
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