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Herzblatt-Geschichten Tötet das Unheimliche!

24.10.2009 ·  Bild-Journalisten lassen sich impfen. Um sich mies zu fühlen, braucht es aber weder die Schweinegrippe noch Impfnebenwirkungen: Ein Scheidungskrieg reicht. Und auch Fürst Albert II. verhält sich nicht gerade wie ein Gentleman.

Von Alexander Marguier
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Wissen Sie schon, ob Sie sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen? Wir selbst schwanken noch, selbst die mutige Aktion der Kollegen von Bild vermochte uns nicht endgültig zu überzeugen. Denn schon am Tag nach der öffentlichen Bild-Impfkampagne, an der auch Chefredakteur Kai Diekmann (27) teilnahm, berichteten die Patienten von teilweise erschreckenden Nebenwirkungen: Muskelschmerzen, Schüttelfrost, extreme Müdigkeit. Und Bild-Kolumnist Franz Josef Wagner (82), ganz offenbar noch im postvaccinalen Fieberwahn, fiel zum Thema Viren Folgendes ein: „Sie sind Gottes Strafe – was weiß ich. Wir haben einen Impfstoff gegen die Viren. Stechen wir uns den Impfstoff in unseren Arm. Töten wir das Unheimliche.“ Unter diesen Umständen dann vielleicht eher doch nicht, ohnehin gehören wir zu den Anhängern der sanften Medizin. Deswegen würden wir uns im Notfall auch lieber zu Valeriu Borgos durchstellen lassen, der in Neue Welt verspricht: „Durch die Kraft meiner Gedanken kann ich kranke Menschen heilen.“ Die Methode ist ganz einfach: Man überweist 150 Euro, ruft den Wunderheiler unter der Nummer 01 72/2 33 33 32 an, und „nach einem kurzen Gespräch fordert Valeriu Borgos dazu auf, den Telefonhörer auf die kranke Stelle zu legen und bis 40 zu zählen“. Danach sei alles gut. Jetzt rätseln wir nur noch, an welche Stelle wir bei Schweinegrippe den Hörer halten sollen. Den Kopf? Die Brust? Den Rüssel?

Apropos Schweine, die Männer machen ihrem Geschlecht mal wieder alle Ehre. Zum Beispiel müssen wir in Bunte über einen total fiesen Scheidungskrieg zwischen dem Ex-Topmodel Christie Brinkley (55) und deren vormaligem Gatten lesen. Peter Cook, so sein Name, „hatte sie mit einer 18 Jahre alten Spielzeugverkäuferin betrogen und monatelang pornographische Spiele aus dem Internet heruntergeladen“ (der Mann scheint eine Spielernatur zu sein), was sich ja durchaus nicht gehört. Aber jetzt fährt Peter Cook auch noch „mit seiner neuen Freundin Suzanne Shaw und den Kindern“ unentwegt auf dem ehemaligen Familiensegelboot vor Christie Brinkleys Haus herum. Kein Wunder, dass sie fordert: „Der Mann gehört hinter Gitter!“

Was ein paar Haare so alles bewirken können

So etwas würden wir über Albert von Monaco natürlich niemals sagen, obwohl sich der Fürst auch nicht gerade wie ein Gentleman verhält. Wie Sie wahrscheinlich wissen, poussiert der mittlerweile Einundfünfzigjährige seit geraumer Zeit mit der blonden Südafrikanerin Charlene Wittstock (31) herum, doch wird die Ex-Olympiaschwimmerin von ihm ein ums andere Mal ins kalte Wasser gestoßen. Jetzt treffe der Fürst sich wieder häufiger mit Nicole Coste (37), der Mutter seines außerehelichen Sohnes Alexandre (6), heißt es in Bunte. „Sie lebt neuerdings in einem Appartement in Monaco“, lesen wir dort und denken uns unseren Teil dazu. Auch der Adels-Experte und Ex-Vanity-Fair-Autor Alexander von Schönburg unkt in Bild: „Eher wird der Papst zum Buddhisten, als dass Albert bald heiratet.“

Über die religiösen Präferenzen des Heiligen Vaters wollen wir an dieser Stelle lieber nicht spekulieren, das verbietet uns der Respekt vor einem Amt, das bekanntlich noch schöner ist als der SPD-Vorsitz. Und so konstatieren wir nüchtern, dass besagter Alexander von Schönburg mit seinem Papst-Vergleich zwar etwas danebenliegen mag, aber dafür an anderer Stelle Stilbewusstsein zeigt, nämlich in der unteren Gesichtshälfte: Der Blaublutfachmann trägt inzwischen einen Bart und reiht sich damit ein bei Modeikonen wie Wolfgang Thierse, Erhard Eppler oder Horst Lichter. Auf GQ.com erfahren wir denn auch, warum zumindest der Oberlippenbart zum neuen Distinktionsmerkmal taugt: „Ein Schnäuzer-Träger weiß ganz genau, was er will und wie er es bekommt. Egal, ob es um eine Frau, den neuen BMW Vision Efficient Dynamics oder die Penthouse-Wohnung in Soho, London, geht.“ Erstaunlich, was ein paar Haare so alles bewirken können. Bei Koteletten gibt’s dann wahrscheinlich ein Date mit Mutti, den neuen Opel Astra und eine Doppelhaushälfte in Frankfurt-Preungesheim. Immerhin.

„Irgendwie sind wir doch alle ein bisschen gaga, oder?“

Warum wir all die Jahre achtlos über die tiefschürfenden Gala-Editorials des Chefredakteurs Peter Lewandowski hinweggelesen haben, ist uns selbst ein Rätsel, wir geloben Besserung. Eine offenbar aus Archivmaterial zusammengehauene Geschichte über die Popsängerin Lady Gaga kündigt er im aktuellen Heft jedenfalls mit den Worten an: „Denn irgendwie sind wir doch alle ein bisschen gaga, oder?“ Irgendwie schon, sonst wäre man bei Gala wohl auch kaum auf die Idee gekommen, die Trauerfeier zum Tode des Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn in der Abteilung „Society“ zwischen dem „Gala-Men-Buddy-Weekend“ und einer Londoner Bulgari-Party abzuhandeln. Auf die Rubriken „Flirtchancen“, „Catering“ und „Oops...!“ wurde in diesem Fall verzichtet. Schade, eigentlich.

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