27.08.2006 · Vicky Leandros könnte Kultursenatorin in Berlin werden, und Heino präsentiert in China eine deutsche Polka. Da beruhigt es fast, daß Dieter Bohlen sich nicht um die Meinung des deutschen Bundestags kümmert. Die neuen Herzblatt-Geschichten.
Von Peter LückemeierOft klafft ja zwischen Selbsteinschätzung und Fremdwahrnehmung eine Riesenlücke. Ivan Rebroff zum Beispiel klagt in Das Goldene Blatt: „Man glaubt in Deutschland, ich bin ein russischer Schlagerfuzzi, der nicht bis drei zählen kann.“ Damit will er offenbar andeuten, daß er ein deutscher Heldentenor ist, der bis 1000 zählen kann.
Und als wir kürzlich lasen, der Berliner Kandidat fürs Amt des Regierenden Oberbürgermeisters, Pflüger, habe allen Ernstes Vicky Leandros gefragt, ob sie im Falle seiner Wahl Kultursenatorin werden wolle, da dachten wir still bei uns: „Hat der sie noch alle stramm?“ Aber dann lasen wir in Bunte, daß Frau Leandros sich ganz, ganz doll für Politik interessiert.
Ihre Absage ist also nicht etwa auf Einsicht in eigene Unzulänglichkeit zurückzuführen, sondern auf den Umstand, schon für 120 Konzerte ausgebucht zu sein. Aber gut, wenn sie sich ausgesungen hat, kann sie ja vielleicht Bundespräsidentin werden.
Originelle Tricks vom Profi
Bereits heute auf einem sehr, sehr guten Wege ist die TV-Moderatorin Nina Ruge. Mit dem Erfolg ihres Buches „Das Geheimnis der Selbstheilung“ ist die Ex-Lehrerin sehr zufrieden. Und auf die Frage, ob sie bereits an einem neuen Werk arbeite, sagt sie in Das Goldene Blatt: „,Die schönsten Geschichten der Bibel' sind gerade fertig. Dann kommt ,Das Geheimnis des gesunden Rückens'.“ Ja, super. Und danach? Vielleicht ein Buch über Glücklichsein durch Rohkost? Über Selbstfindung durch Wiederkäuen? Oder wie wär's mit einer eigenen Schmuck-Kollektion? Ach, die hat sie bereits. Toll.
Wer jetzt auch einmal gelobt werden muß, das sind der Tenor Peter Schreier und die Flirt-Psychologin von Parship.de. Peter Schreiers „Hund fraß sein Gebiß“, erfuhr Bild. Jeder von uns wäre in einer solchen Situation seinem Hund unglaublich böse, doch der Sänger nimmt seinen Bello Impossibile freundlich in Schutz: „Penny ist halt sehr jung.“
Der Fachfrau von dieser Internet-Singlebörse Parship aber wollen wir im Namen aller hilflosen Flirter danken für ihre Tricks. So empfiehlt sie dem Flirtanfänger, zur Einleitung nicht etwa zu fragen „Wie findest du mein Outfit?“, sondern: „Wie schmeckt eigentlich dein Drink?“ Das ist wirklich total originell und fast so abgedreht wie jene Juristin (Hera, 35), die laut Bild ein Doppelleben führt, als Anwältin und Domina: „Ihr verrücktester Kunde wollte, daß sie Hasenzähne trug.“
Wunderschöne Liebesverhältnisse
Interessiert es Sie, was derzeit Dieter Bohlen auf Mallorca treibt? „Der Dieter planscht fremd“, stellt Bunte fest. Und Revue hat beobachtet: „Bohlens Schöne krault sein Haar, streichelt seinen Rücken, umfaßt seine Hüften, er hat seine Hände an ihrem Po.“ Und das alles, obwohl doch seine Lebensgefährtin Estefania mit dem gemeinsamen Baby daheim weilt.
Möglicherweise nehmen Sie daran Anstoß, empfinden Mitleid mit Estefania, doch Dieter findet in Revue entwaffnende Worte: „Ich geh' immer und jeden Tag mei'm Herz nach und überleg' mir nicht, ist das nun gesellschaftspolitisch im Deutschen Bundestag abgehakt oder nicht.“
Während Dieter fremdplanscht und jungen Schönheiten an den Po faßt, gibt es aber auch noch wunderschöne, reine und edle Liebesverhältnisse wie das zwischen dem norwegischen Thronfolger Haakon und seiner Frau Mette-Marit. Sie schwärmt in Bunte vom wundervollen Humor ihres Mannes und - halten Sie Ihr Taschentuch bereit - sagt zärtlich: „Er ist einer der offensten Menschen, die ich kenne, frei von Vorurteilen. Ich strenge mich jeden Tag an, mit ihm zusammen ein guter Mensch zu sein.“
Heino, Polka und Germany
Leider steht es am britischen Hofe nicht so gut. Wie Das Neue Blatt aus sicherer Quelle weiß, ist die Ehe von Charles und Camilla praktisch zerrüttet: „Er bockt und mault und läßt höchstens noch von sich hören, daß sie faul sei, zuviel zugenommen hätte und ,stinkt', weil sie wieder raucht.“
Charles sollte sich ein Beispiel nehmen an unserem Heino, der seit ewiger Zeit mit seiner Hannelore zusammen ist und sie immer noch von Herzen liebt. Übrigens müssen wir alle uns bei Heino bedanken: Er bringt den Chinesen die deutsche Kultur nahe. So steht es jedenfalls in Das Neue Blatt, das den Qualitätssänger ins Reich der Mitte begleitete. Dort traf Heino im chinesischen „Wetten, daß . . .“ auf 200 Millionen Zuschauer. Und wie hieß das Lied, mit dem er die Chinesen an die deutsche Kultur heranführte? - „Wir tanzen Polka, denn wir lieben Germany.“
Ach, Polkatanzen, uns ist nicht danach. Wir sind traurig. Unsere Betti ist nicht mehr bei uns. Sie war eine der attraktivsten Redaktioonsassistentinnen der letzten Jahre. Mit ihrem supersüßen Lächeln und ihrem durchtrainierten, gertenschlanken, biegsamen Körper erfreute sie uns über die Maßen. Doch jetzt haben wir einen jungen Mann als Redaktionsassistenten. Heißt Heinz-Dieter. Ist dicklich. Hat Hasenzähne. Er macht uns schlechte Laune. Warum wir ihn dann eingestellt haben? Ist doch klar. Gleichbehandlungsgesetz. Diese Bundesregierung bekommt unsere Stimme nicht mehr.
Die Welt des Boulevards
Peter Lückemeier Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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