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Heidelberg Rätselhafte Virusinfektionen im Krankenhaus

23.01.2012 ·  In der Uniklinik Heidelberg haben sich 19 Menschen mit dem RS-Erkältungsvirus infiziert. Drei Leukämie-Patienten starben. Experten suchen nun nach einer Erklärung für die rätselhafte Häufung von Infektionen.

Von Rüdiger Soldt
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Zum ersten Mal ist in einer deutschen Klinik eine massive Häufung von Infektionen mit dem RS-Erkältungsvirus (Respiratorisches Synzytial-Virus) aufgetreten. Auf drei hämatologisch-onkologischen Stationen der Universitätsklinik Heidelberg hatten sich in den vergangenen Wochen 19 schwer kranke Patienten mit dem Virus infiziert.

Drei Leukämie-Patienten, die mit einer Stammzelltherapie behandelt wurden und deren Prognose als schlecht eingestuft wurde, waren unter anderem an der Infektion verstorben. Allerdings hatten die drei auch schwer Abwehrreaktionen gegen die Stammzellentherapie entwickelt.

Das RS-Virus gehört zur selben Viren-Familie wie die Erreger von Masern oder Mumps. Unklar ist, wie sich die Infektionen so stark ausbreiten konnten. In einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen seien etwa drei Infektionen mit dem RS-Virus die Regel. „Wir wollen deshalb die Infektionswege gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut untersuchen“, sagte eine Sprecherin des Heidelberger Universitätsklinikums dieser Zeitung.

Bei gesunden, erwachsenen Menschen macht sich das Virus mit leichten Erkältungssymptomen bemerkbar, bei schwer kranken Patienten mit einem geschwächten Immunsystem kommt es häufig zu Lungenentzündungen. Die meisten durch das Virus erkrankten Patienten seien schon wieder entlassen worden.

Seit sieben Jahren gibt es an der Universitätsklinik Heidelberg eine „Infektions-Task-Force“; sie soll verhindern, dass sich gefährliche Infektionen unkontrolliert ausbreiten. Im Jahr 2005 war in Heidelberg einem Patienten eine mit dem Tollwut-Virus infizierte Spenderleber transplantiert worden.

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Jahrgang 1966, politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

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