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Hamburg Ehemalige Geliebte bringt Todesfahrer unter Druck

 ·  Hatte der Todesfahrer von Hamburg-Eppendorf früher epileptische Anfälle? Das ist eine zentrale Frage im Prozess um einen Unfall mit vier Toten. Eine ehemalige Geliebte widerspricht den Behauptungen des Angeklagten.

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Im Prozess um den schweren Unfall von Hamburg-Eppendorf ist der Todesfahrer durch zwei Aussagen unter Druck geraten. Eine ehemalige Geliebte berichtete vor Gericht von einem schweren Krampfanfall des Angeklagten, der bestreitet, Epileptiker zu sein. Sein ehemaliger Chef sagte: „Der Unfall war im Grunde das, worauf alle gewartet haben.“ Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, dass er im Wissen um seine Epilepsie-Erkrankung gefahren sei. Unter den Toten bei dem Unfall im März 2011 waren der Schauspieler Dietmar Mues und der Sozialforscher Günter Amendt.

Sie habe im Sommer 2000, als er einmal bei ihr übernachtet habe, einen schweren nächtlichen Anfall miterlebt, sagte die Zeugin. „Ich bin davon aufgewacht, dass er quasi aus dem Bett geflogen ist.“ Er habe krampfhaft gezuckt, „wie ein Fisch auf dem Trockenen“. Die 35 Jahre alte Frau hob hervor, ihr sei nach dem epileptischen Anfall damals auch klar gewesen: „Ich möchte nicht mit ihm Auto fahren.“ Die Ex-Geliebte, die inzwischen in London lebt und verheiratet ist, begründete am Freitag auch, warum sie sich jetzt überraschend als Zeugin gemeldet habe. „Ich wollte auch nicht, dass er freigesprochen wird, nur weil ich nichts gesagt habe“, sagte sie.

„Alle haben gehofft, dass es nicht passiert“

Nach der Aussage seiner früheren Geliebten räumte der Angeklagte den Anfall ein. Zuvor hatte er vor Gericht erklärt, er habe zwischen 1993 und 2004 keinerlei Krampfanfälle gehabt. Er habe nicht gewollt, dass seine jetzige Verlobte - mit der er damals bereits zusammen war - von dem Fremdgehen erfahre, sagte er am Freitag. „Meine Angst ist einfach zu groß gewesen, dass ich das kaputt schlage für im Endeffekt nichts.“ Daher habe er den Anfall auch im Prozess verschwiegen.
Der Angeklagte hat vor Gericht zwar mehrere Krampfanfälle eingeräumt. Er bestritt aber, Epileptiker zu sein - obwohl er nach eigenen Angaben seit 2005 anti-epileptische Medikamente nimmt. Für weitere angebliche Anfälle, die Zeugen geschildert haben, fand er andere Erklärungen. Nach seiner Darstellung kam der Unfall in Eppendorf für ihn „aus heiterem Himmel.“

Der frühere Chef des Todesfahrers erklärte, er habe befürchtet, dass der Vierzigjährige mal einen schweren Unfall verursachen könnte. „Der Unfall war im Grunde das, worauf alle gewartet haben“, sagte der 53 Jahre alte Mann vor dem Hamburger Landgericht. „Worauf alle gehofft haben, dass es nicht passiert.“ Seine Mitarbeiter hätten ihm von regelmäßigen Anfällen des Angeklagten in der Firma berichtet.

Fahrverbot im Dienst

Der Geschäftsführer hatte dem Vierzigjährigen nach drei Unfällen, die teils auf Krampfanfälle zurückgehen sollen, ein dienstliches Fahrverbot erteilt - zunächst mündlich, später auch schriftlich. „Das Risiko ging von ihm als Fahrer aus.“

Die Ex-Freundin war nach eigenen Angaben durch einen Zeitungsartikel auf den Prozess aufmerksam geworden. In der Mail schrieb die Frau zudem, die jetzige Verlobte des Angeklagten habe immer dessen Arzttermine ausmachen müssen, weil er nie daran gedacht habe. Die Lebensgefährtin hatte dagegen vor Gericht erklärt, sie habe von der Epilepsie des 40-Jährigen nie etwas mitbekommen. Gegen die Verlobte läuft ein Verfahren wegen Verdachts der Falschaussage.

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