10.10.2006 · Gülsah Keles wollte schon früh mehr leisten als andere. Sprachkenntnisse sind für sie nicht nur wichtig für eine erfolgreiche Integration, sondern auch für einen beruflichen Erfolg.
Von Nicolas WolzAuch Gülsah Keles' Großeltern kamen als Gastarbeiter nach Deutschland, später dann auch ihre Eltern. Sie selbst wurde 1987 in Düren geboren, wo sie ein humanistisches Gymnasium besuchte. Anfangs habe sie große Probleme gehabt, sich dort durchzusetzen. „Man wird als Ausländer ständig mit Vorurteilen konfrontiert. Mittlerweile habe ich aber gelernt, damit zu leben.“ Auch sie ist gläubige Muslimin, trägt aber kein Kopftuch. „Religion drückt sich für mich nicht unbedingt in Symbolen aus.“
Gülsah sieht sich nicht als Deutsche, sondern als Türkin, die in Deutschland lebt. „Ich werde nie vergessen, wie ich in der Grundschule einmal als einzige die richtige Antwort auf eine Frage wußte und die Lehrerin daraufhin zu den anderen in meiner Klasse gesagt hat: Seht ihr, sogar sie als Ausländerin kann das beantworten.“ Das habe sie angespornt, mehr zu leisten als andere. Sprachkenntnisse sind für Gülsah nicht nur ein Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration, sondern auch zu beruflichem Erfolg. Neben Deutsch und Türkisch spricht sie Englisch und Französisch, sogar das Latinum hat sie gemacht. Ihr Studium an der EBS hat einen fremdsprachlichen Schwerpunkt, später will sie einen Beruf ergreifen, in dem sie viel reisen kann. „Man muß an das glauben, was man erreichen will, dann schafft man es auch.“