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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Grubenunglück Die Arbeit in russischen Kohlegruben ist lebensgefährlich

29.10.2003 ·  In den meisten der insgesamt 113 russischen Kohlebergwerke wird mit veralteter Technik unter lebensgefährlichen Bedingungen gearbeitet.

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In den meisten der insgesamt 113 russischen Kohlebergwerke wird mit veralteter Technik unter lebensgefährlichen Bedingungen gearbeitet. In diesem Jahr starben nach Gewerkschaftsangaben bislang mindestens 77 russische Bergleute unter Tage. Seit dem Zerfall der Sowjetunion hat sich die Branche noch immer nicht von ihrer tiefen Krise erholt. Bis zum Jahresende soll die Privatisierung aller Kohlegruben abgeschlossen sein.

Im russischen Kohlebergbau arbeiten heute mehr als 320.000 Menschen. Der Durchschnittslohn in der Branche beträgt umgerechnet 200 Euro monatlich. Viele Bergarbeiter warten aber seit Monaten auf ihr Geld. Pro Jahr werden in den Schachtanlagen des Landes 280 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Die wichtigsten Kohlereviere Rußlands sind das östliche Donez-Becken, Workuta im Norden sowie das westsibirische Kusnezk-Becken.

Kardinalproblem der Branche ist der Irrglauben aus Sowjetzeiten, Energie sei umsonst zu haben. Im Gegensatz zur florierenden Hüttenindustrie kommen die kommunalen Kraftwerke als Abnehmer häufig für Kohlelieferungen nicht auf.

Die Zeche zahlen die Kumpel. Die Opferzahlen unter Tage seien mit den Verhältnissen vor 100 Jahren vergleichbar, klagen Gewerkschafter. Unrentable Kohlegruben werden auch deswegen nicht geschlossen, weil der Staat den Bergleuten keine alternative Beschäftigung bieten kann.

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