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Großbritannien Für Hund und Katz ist nun auch Platz

02.01.2012 ·  Das Londoner Umweltministerium hat die strengen Regelungen für Haustiere aus dem Ausland aufgehoben: Die Briten lassen jetzt auch Tiere auf ihre Insel, die vorher nicht in mehrmonatiger Quarantäne waren.

Von Johannes Leithäuser, London
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Rund 90 Jahre nach der letzten Registrierung eines Tollwutfalls auf den Britischen Inseln hebt das Londoner Umweltministerium jetzt die Quarantäneregeln bei der Einreise von Haustieren auf, die bislang ein Einschleppen der Seuche verhindern sollte. Umweltministerin Caroline Spelman gestand zu, die bisherigen Vorschriften, die eine Quarantäne von bis zu sechs Monaten für nach Britannien einreisende Hunde und Katzen vorsahen, stammten aus dem 19. Jahrhundert, sie seien nicht mehr zeitgemäß. Die harten Vorschriften hätten "Generationen von Haustieren und ihren Herrchen und Frauchen große Härten" zugemutet. Sie seien außerdem ein Ärgernis für jene gewesen, die etwa auf die Hilfe von Blindenhunden angewiesen seien.

Die neuen Regeln für grenzüberschreitende Tiere orientieren sich an jenen Vorschriften, die innerhalb der Europäischen Union seit knapp zehn Jahren gelten. Seit dieser Zeit gelten auch für reisende Haustiere, die aus der Europäischen Union in das Vereinigte Königreich gebracht werden, die Quarantäneregeln nicht mehr. Die Vorschriften für europäische Haustiere wurden nun nochmals vereinfacht: Ein bislang vorgeschriebener Bluttest vor dem Grenzübertritt entfällt. Nach wie vor wird aber der Nachweis einer Impfung gegen Tollwut verlangt, wobei die Impfung nicht mehr, wie bislang, mindestens sechs Monate vor der Einreise stattfinden muss. Stattdessen genügt jetzt eine Frist von 21 Tagen.

Bei Tieren, die aus Ländern außerhalb der Europäischen Union (und mit der EU gleichgestellten Staaten) nach Großbritannien gebracht werden, entfällt die Quarantänehaltung nach der Einreise, die bislang sechs Monate dauerte und mit einer Pflichtimpfung gegen Tollwut verbunden war. Nun genügt ein Impfnachweis, der drei Monate alt und auf einem implantierten Mikrochip unter der Haut des Tieres vermerkt sein muss. Die britischen Erleichterungen treten zur gleichen Zeit auch im Reiseverkehr mit Irland in Kraft.

Die Änderungen ersparen reisenden Tierbesitzern beträchtliche Kosten für Tierärzte und für die Unterbringung ihrer Haustiere. Mit geschäftlichen Einbußen müssen die Besitzer jener privaten Tierpensionen in der Umgebung britischer See- und Flughäfen rechnen, die bislang Quarantäne-Aufenthalte für Haustiere anboten. Das Umweltministerium teilt mit, auch unter den neuen erleichterten Regeln bleibe das Risiko, dass mit Tollwut infizierte Tiere in das Vereinigte Königreich eingeschleppt würden, extrem gering. Gerechnet werde mit einem Fall alle 200 Jahre. Das Risiko einer tödlichen Übertragung auf einen Menschen wird mit einem Fall in 20000 Jahren angegeben.

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Jahrgang 1962, politischer Korrespondent in London.

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