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Grand Prix 2010 Stefan Raab soll's richten

18.05.2009 ·  Nach dem Grand-Prix-Debakel für Deutschland plant die ARD offenbar mit einem völlig neuen Konzept für die künftige Auswahl ihres Kandidaten. Im Gespräch ist eine Kooperation mit Stefan Raab, der es im Finale 2000 mit „Wadde hadde dudde da“ immerhin auf Platz fünf schaffte.

Von Peter-Philipp Schmitt
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Nach dem schlechten Abschneiden des deutschen Grand-Prix-Beitrags Alex Swings Oscar Sings! („Miss Kiss Kiss Bang“) am Samstag abend in Moskau, will die ARD offenbar noch an diesem Dienstag ein völlig neues Konzept für die künftige Auswahl ihres Kandidaten bekanntgeben. Die Rede ist von einer Zusammenarbeit zwischen dem öffentlich-rechtlichen Sender, dem Privatsender ProSieben und der Produktionsfirma des Sängers, Moderators und Produzenten Stefan Raab. Wie genau eine solche Kooperation aussehen könnte, wollten am Montag abend die Programmdirektoren der ARD besprechen.

Der Vorschlag soll vom Unterhaltungschef des Senderverbunds, Thomas Schreiber, stammen. Schreiber vom NDR war in Moskau beim blamablen Abschneiden der deutschen Teilnehmer selbst dabei. Die Gruppe um Produzent Alex Christensen, Sänger Oscar Loya und die eigens eingeflogene amerikanische Burlesque-Tänzerin Dita von Teese hatte für ihre Swingnummer nur 35 Punkte bekommen und war abgeschlagen auf Platz 20 (bei 25 Finalisten) gelandet. Forderungen nach einer Rückkehr Stefan Raabs zum Eurovision Song Contest hatte es schon im vergangenen Jahr gegeben, nachdem die No Angels („Disappear“) in Belgrad im Finale Drittletzte geworden waren.

Top 10-Platzierungen dank Stefan Raab

Raab hat bislang drei Mal an dem Contest teilgenommen: Dabei war er jeweils auf einen Platz unter die besten zehn gekommen. Als Produzent Alf Igel - eine Anspielung auf Ralph Siegel (“Ein bisschen Frieden“) - führte er Guildo Horn 1998 mit „Guildo hat euch lieb“ auf Platz sieben. Raab selbst schaffte es im Jahr 2000 mit „Wadde hadde dudde da“ auf Rang fünf. Bei Raabs bislang letztem Engagement - wieder als Komponist und Produzent des Beitrags - erreichte der Sänger Max Mutzke im Jahr 2004 mit „Can't Wait Until Tonight“ den achten Platz.

Der diesjährige Gewinner Alexander Rybak flog am Sonntag in seine Heimat Norwegen zurück und wurde dort schon am Flughafen von Tausenden Fans empfangen. Ihm zu Ehren wird das Glockenspiel am Rathaus in Oslo den ganzen Sommer über einmal täglich das von Rybak selbst geschriebene Siegerlied „Fairytale“ spielen. Die Zeitungen Norwegens überschlugen sich am Montag mit begeisterten Kommentaren. Die Schlagzeilen lauteten fast überall gleich und bezogen sich auf die gigantische Einschaltquote, die der Contest in Norwegen dank Rybak vorzuweisen hatte. Fast die Hälfte der etwa 4,8 Millionen Norweger saß demnach vor den Fernsehern, 2,3 Millionen verfolgten den Auftritt Rybaks, dessen „Fairytale“ seit Wochen die Charts beherrscht und schon drei Mal mit Platin veredelt wurde.

Rybak, der auch einen weißrussischen Pass hat, wurde zudem dafür gelobt, dass er noch in der Nacht nach seinem Sieg das brutale Vorgehen von Milizen und Polizisten gegen Homosexuelle kritisiert hatte. Der Künstler fragte ironisch, warum die Uniformierten ihre Energie darauf verschwendeten, eine Schwulenparade in Moskau aufzuhalten, wenn doch die größte Schwulenparade der Welt, der Eurovision Song Contest, in der Stadt zugleich stattfinden konnte.

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Jahrgang 1967, Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

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