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Graça Machel : Die First Lady von Afrika

Vergesst Frauen und Kinder nicht: Machel spricht über ihre Herzensangelegenheit Bild: Picturetank

Graça Machel ist nicht nur die Frau an der Seite von Nelson Mandela. Keine andere hat wohl mehr für die Rechte von Kindern und Frauen in Afrika getan als sie.

          Sie ist pünktlich. Von afrikanischen First Ladys, selbst wenn sie schon lange aus dem „Amt“ geschieden sind, ist das nicht unbedingt zu erwarten. Nun sitzt Graça Machel geduldig auf der Bühne und wartet. Als dann eigens für sie noch schnell eine Kristallvase mit langstieligen Rosen aufgestellt wird, huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. Natürlich freut sie sich über solche Zeichen der Bewunderung, aber viel Wert legt sie darauf nicht.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Graça Machel ist in Daressalam auf der Konferenz der Globalen Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (Gavi Alliance) der Stargast. Und sie ist gekommen, obwohl sie nur noch selten auf Reisen geht, weil sie ihren Mann zu Hause im kleinen Ort Qunu in der südafrikanischen Provinz Ostkap nicht allein lassen möchte. Nach Tansania aber ist sie gereist, obwohl Nelson Mandela gesundheitlich angeschlagen ist. „Bei Gavi“, sagt Graça Machel, „war ich von Anfang an dabei. Und wir haben zwar schon Millionen Kinderleben gerettet. Doch solange Hunderttausende noch nicht geimpft sind, mache ich weiter.“

          Graça Machel gibt ungern Interviews. Das macht sie gleich nach der Begrüßung noch einmal klar. Auf persönliche Fragen antwortet sie nicht, im Gespräch aber wird sie schnell persönlich. Es war kein gutes Jahr für Südafrika. Das Land schien fast einem Bürgerkrieg nahe, besonders nach dem „Massaker von Marikana“, als 34 streikende Bergarbeiter getötet wurden. Die gebürtige Moçambiquerin spürt die Sehnsucht der Menschen in ihrer zweiten Heimat nach den guten Zeiten unter „Madiba“, wie Nelson Mandela nach seinem Clan-Namen von seinen Landsleuten genannt wird. Mehrfach hat Graça Machel darum in den vergangenen Tagen Auskunft über den Gesundheitszustand ihres Manns gegeben, der in einem Krankenhaus in Pretoria ist. Der 94 Jahre alte ehemalige Staatspräsident Südafrikas litt zunächst unter einer Lungenentzündung, vergangene Woche mussten ihm zudem Gallensteine entfernt werden. Es ist bereits sein dritter Krankenhausaufenthalt in zwei Jahren. Allerdings geht es ihm schon wieder besser, wie Staatspräsident Jacob Zuma gerade mitteilte. Sein Älterwerden schmerze sie, sagte Machel über ihren Mann gegenüber dem südafrikanischen Fernsehsender ENews Central Africa (ENCA). „Man versteht und man weiß, dass es passieren muss.“ Doch miterleben zu müssen, „wie sein Geist und sein Funkeln schwinden“, sei schwer.

          „Das ist meine Arbeit“

          Machel, die Mandela am Tage seines 80.Geburtstags, dem 18.Juli 1998, heiratete, ist seine dritte Ehefrau. Nicht einmal ein Jahr war sie First Lady Südafrikas - im Juni 1999 trat er zurück. Allerdings ist sie die einzige Frau der Welt, die in zwei Ländern First Lady war: Sie war von 1975 bis zu seinem Tod 1986 mit dem Präsidenten von Moçambique, Samora Machel, verheiratet. Der einstige Freiheitskämpfer, der sein Land in die Unabhängigkeit führte, kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Die Umstände sind bis heute nicht genau geklärt, viele vermuten einen Sabotage- oder Racheakt.

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