Bei einem Grubenunglück in einem Kali-Bergwerk in Wunstorf bei Hannover ist in der Nacht zum Donnerstag ein 34 Jahre alter Bergmann durch giftigen Schwefelwasserstoff getötet worden. Ein schwer verletzter Arbeiter und 26 leicht verletzte Kumpel wurden in Krankenhäuser gebracht, wie die Polizei in Hannover mitteilte. Zunächst war von 13 verletzten Arbeitern berichtet worden.
Der Unfall ereignete sich bei Bohrarbeiten in 1400 Metern Tiefe, wie ein Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums am Donnerstagmorgen sagte. Vermutlich hatten die Bergleute versehentlich eine Gasblase im Salz angebohrt und die giftigen Stoffe eingeatmet.
In der 114-jährigen Geschichte des Werks habe es noch nie einen Unfall dieser Art mit Gasaustritt gegeben, sagte Werkssprecher Florian Schoene. Das Kaliwerk Sigmundshall hat nach seinen Angaben etwa 850 Beschäftigte, davon etwa 500 Bergleute.
Das unter Tage geförderte Salz wird in der dazugehörenden Fabrik zu Kali - also Düngemittel - verarbeitet. Es ist das einzige aktive Kaliwerk in Niedersachsen. Bundesweit gibt es Schoene zufolge noch vier aktive Kaliwerke und drei Salzwerke.
Erst vergangenen Monat war ein Bergmann bei einem Arbeitsunfall in der Grube getötet worden. Damals hatten sich Gesteinsbrocken von der Seite gelöst und den Kumpel verschüttet. Er habe nur noch tot geborgen werden können, sagte der Sprecher.