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Zahlreiche Tote : Studie bescheinigt Ärzten Mitschuld an Opioidkrise

  • -Aktualisiert am

Tabletten wie Vicodin, eine Kombination aus dem Opioid Hydrocodon und dem Schmerzmettel Acetaminophen, führen in Amerika vemehrt zu Überdosen. Bild: dpa

Viele Mediziner verschreiben laut einer Studie zu schnell opioidhaltige Schmerzmittel. Opioide haben ein hohes Suchtpotential und in Amerika gibt es seit Jahren einen Anstieg tödlicher Überdosen.

          Auch Ärzte tragen Schuld an der Opioidkrise in den Vereinigten Staaten. Nach einer Studie der Harvard Medical School mit der Denkfabrik Rand Corporation greifen viele Mediziner zu schnell zum Rezeptblock, um Patienten zu opioidhaltigen Schmerzmitteln zu verhelfen. In drei von zehn Fällen konnten die Wissenschaftler keinen medizinischen Grund für ein Rezept finden. „Es ließ sich nicht zurückverfolgen, warum der Arzt ein Opioid verschrieb oder ob es überhaupt nötig war“, fasste Tisamarie Bose Sherry zusammen, die Erstautorin der Untersuchung.

          Für die jetzt in der Fachzeitschrift Annals of Internal Medicine veröffentlichte Studie hatten Bose Sherry und ihre Kollegen Daten amerikanischer Ärzte aus den Jahren 2006 bis 2015 ausgewertet. Die Mediziner stellten in dem Zeitraum mehr als 800 Millionen Rezepte für Opioide mit hohem Suchtpotential aus. Etwa 65 Prozent der Rezepte wurden für Medikamente zur Schmerzlinderung beispielsweise nach Operationen ausgestellt, etwa fünf Prozent für Krebspatienten.

          Seit einigen Jahren beobachten amerikanische Gesundheitsbehörden einen drastischen Anstieg tödlicher Überdosen mit opioidhaltigen Schmerzmitteln wie Hydrocodon, Oxycodon und Fentanyl. Laut dem Nationalen Institut für Drogen- und Medikamentenmissbrauch starben im Jahr 2015 mehr als 33.000 Amerikaner durch Opioide.

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