07.04.2005 · Die Zahlen sind erschütternd. Fast elf Millionen Kinder sterben vor ihrem fünften Geburtstag, sagt die Weltgesundheitsorganisation in ihrem neuen Gesundheitsbericht. Dabei könnten die Gefahren leicht verringert werden.
Jährlich sterben etwa eine halbe Million Frauen während der Schwangerschaft oder der Entbindung. Die UN-Gesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte am Donnerstag ihren Weltgesundheitsbericht 2005. Darin weist sie anläßlich des Weltgesundheitstages daraufhin, daß Mütter ebenso wie viele Babys und Kleinkinder mit einfachsten medizinischen Mitteln gerettet werden könnten.
Die größten Risiken sind nach Angaben der WHO fehlende Hygiene, Atemwegserkrankungen, Durchfall und Malaria. Durch Impfungen, die Behandlung mit Antibiotika oder geschultes medizinisches Personal könnten viele Menschenleben geretttet werden, heißt es in dem WHO-Bericht.
Vorsorge muß andauern
Neben der hohen Sterbensrate der Frauen, bereitet der WHO die Zahl von elf Millionen Kindern Sorgen, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben. Viele stürben sogar bereits in den ersten Lebensmonaten. Die Vorsorge müsse bereits während der Schwangerschaft beginnen und über die Geburt hinaus andauern.
„Es ist unsinnig, ein Kind zu versorgen und die Mutter zu ignorieren oder sich während der Entbindung um die Mutter zu kümmern und der Gesundheit des Babys keine Aufmerksamkeit zu schenken“, sagte WHO-Generaldirektor Lee Jong Wook am Donnerstag in Neu Dehli bei der Vorstellung des Weltgesundheitsberichtes.
Fehlendes Wissen
Die Leiterin der WHO-Abteilung für Familiengesundheit, Marie-Paule Kieny, wertete die Zahlen als „Skandal“. In Entwicklungsländern hätten weniger als zwei Drittel der werdenden Mütter professionellen Beistand bei der Geburt. In den ärmsten Ländern seien es sogar weniger als ein Drittel. Oft fehle es an dem Wissen über den Umgang mit Säuglingen, kritisierte Kieny.
Die Zahl der Kindstode könnte deutlich verringert werden, wenn die Neugeborenen innerhalb einer Stunde nach ihrer Geburt gewaschen, gewärmt und gefüttert würden. Kieny rief die WHO-Mitgliedsländer auf, mehr Geld zur Schulung von Geburtshelferinnen bereitzustellen. „Wir wissen, was getan werden muß, um dieses Massaker zu verhindern“, sagte Kieny. „Handeln ist einfach und nicht besonders teuer.“