16.10.2007 · Jedes Jahr sterben weltweit etwa fünf Millionen Kinder an den Folgen von Hunger. Anlässlich des heutigen Welternährungstages hat Bundespräsident Horst Köhler daher „eine Grundversorgung mit Nahrungsmitteln“ gefordert.
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Dann sind es also nur die dummen Afrikaner, die sich der Problemlösung widersetzen, denen nicht zu helfen ist, Herr Klier? Vielleicht haben die Bauern vor Ort Gründe dafür, Triticale nicht anzupflanzen, die Sie nicht kennen. Ohne genauere Kenntnisse der Verhältnisse vor Ort ist es ziemlich sinnlos, darüber zu diskutieren.
Die Daten in Ihrem Beitrag mögen zutreffen oder nicht - sie geben jedenfalls keine Auskunft über die Gründe, wie oder warum es zu weniger Waldbestand oder fallender Lebensmittelproduktion kam.
Köhler gesteht Fehler in der Entwicklungshilfepolitik der Vergangenheit ein. Oftmals wurden funktionierende einheimische Märkte durch die Besserwisser aus der ersten Welt erst kaputtgemacht. Immer wurde auch an der Entwicklungshilfe verdient. Gerade beim Saatgut ist neben dem tatsächlichen oder scheinbaren Nutzen auch zu fragen: Wie werden sich die Preise entwickeln? Entsteht Abhängigkeit - Stichwort Bio-Copyright.
Anderes Beispiel: Suventionierter US-Mais hat die mexikan. Produktion stark zerstört. Biosprit treibt die Maispreise nun in die Höhe. Den Reibach machen die US-Bauern, arme Mexikaner können die teure Tortilla kaum noch bezahlen. Wer ist hier doof? Sie empfehlen wahrscheinlich Triticale, Herr Klier.
Sagt Ihnen der Begiff "Dürre" etwas, Herr Thorsten Klier?!
Wenn sie über das Land, Leben und die Menschen Athiopiens spekulieren, sollten Sie sich zunächst einmal bei Menschen wie z. B. Karl-Heinz Böhm informieren, was dort wirklich Sache ist.
Die HomePage seiner Oragnisation "Menschen für Menschen" (menschenfuermenschen.org) bietet zahlreiche Hintergrundinformationen zu diesem Land. Herr Böhm und sein Anliegen wird übrigens u. a. von zahlreichen Wirtschaftsunternehmen gesponsort.
Ursachen für "Hunger" sind sehr vielschichtig. Sinnvoll ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.
Frau Mieslinger ist in den letzten 40 Jahren von 40% auf 5% der Bodenfläche zurückgegangen. Von 1984 bis 2002 ist die Lebensmittelproduktion von 450 auf 140kg pro Kopf gesunken.
2004 Jahr waren skandinavische Agrarexperten da. Sie brachten Triticale mit, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen aus Südafrika, die dreimal so viel Ertrag bringt und widerstandsfähiger gegen Frost, Hagel und Ungeziefer ist als Tef, das traditionelle äthiopische Mehlgetreide. Wenn nur ein Drittel der äthiopischen Ackerfläche mit Triticale statt Tef bestellt würde, wäre Äthiopien schlagartig kein Hungerland mehr.
So einfach ist das?
So einfach ist es nicht. Klaus Feldner von der deutschen "Gesellschaft für technische Zusammenarbeit" (GTZ) hat Triticale in Bahr Dar am Tana-See heimisch gemacht. Aber der große Erfolg blieb aus. Niemand hat ein Interesse, die Landwirtschaft zu reformieren. Was der Bauer nicht kennt, das sät er nicht. Aus Triticale, so behaupten die Leute, könne man kein ordentliches Injera zubereiten, einen besonders beliebten Pfannkuchen.
Ich sehe es genauso wie Herr Richter.
Ich bin es verdammt leid, ständig für die Verantwortunglosig- und Dämlichkeiten anderer arbeiten und monetär aufkommen zu müssen.
Sie können hier ja frei Ihre Meinung äußern; aber hilfreicher wäre erstens, wenn Sie den Artikel auch lesen würden, auf den Sie sich beziehen, und sich zweitens auch um die sachlichen Argumente kümmern würden.
Zum Beispiel: Auch Europa war daran beteiligt, weite Teile der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern auf Monokulturen für den Export umzustellen; Herstellung von Biotreibstoff kann zu Verschärfung von Wasserproblemen führen, die Preise für Grundnahrungsmittel wie Mais oder Weizen können in der Folge massiv steigen. Öffnung der Agrarmärkte in den Industrieländern für Importe aus Entwicklungsländern, nicht zu vergessen die subventionierte Landwirtschaft in der ersten Welt uvm.
Wenn sie dann immer noch glauben, Sie müßten Menschen pauschal beleidigen, oder wenn Sie sogar für biologische Auslese plädieren - das legt Ihr Vorschlag von Prämien für Sterilisationen und Kastrationen nahe - dann sind Sie ja auch nicht mehr weit von Euthanasieprogrammen im globaliesierten Maßstab entfernt.
Zum Glück haben Sie das nicht zu entscheiden, und hoffe inständig, daß Leute wie Sie in diesem Land sich auch in der Zukunft aufs Leserbriefschreiben beschränken.
Jeder kann etwas tun gegen den "Hunger", wenn er denn will
Kinderpatenschaften sind z. B. sehr gut geeignet Kindern, i. d. R. aber auch ihrem Umfeld, eine Mindesversorgung zu bieten.
Diese 20-50 € je Monat sollte eigentlich jeder, welcher ein eigenes Einkommen bezieht, erübrigen können.
Das Internet bietet reichlich Informationen hierzu.