25.11.2005 · Das offizielle China wehrt sich gegen den Vorwurf, menschliche Infektionen mit der Vogelgrippe H5N1 zu verheimlichen. Ein japanischer Virologe, der diese Vermutung kürzlich geäußert hat, steht jetzt unter Druck.
Das offizielle China wehrt sich gegen den Vorwurf, menschliche Infektionen mit der Vogelgrippe H5N1 zu verheimlichen, und der japanische Virologe, der diesen Vorwurf nach einer Visite in Hunan kürzlich vor einem erlauchten Forscherkollegium in Marburg aufgebracht hatte, spricht nun euphemistisch von einem "Eisberg-Phänomen".
Was er, Masato Tashiro vom Tokioter Nationalinstitut für Infektionsforschung, in der Präsentation seiner quellenlos gebliebenen chinesischen Zahlentafel habe ausdrücken wollen, sei eine Vermutung. Es gebe nämlich Grund zur Annahme, "daß es mehr Infektionen gegeben hat, als bekannt wurden". Eine Vermutung, die er mit vielen Virologen, auch solchen der Weltgesundheitsorganisation, teilt.
Daß er den Kollegen in Marburg eine Tafel mit Zahlen von mehr als dreihundert chinesischen Todesopfern präsentierte, für deren Glaubwürdigkeit er nun in einem unabhängigen Hongkonger Weblog nicht mehr einstehen will, kollidierte gestern freilich mit Kommentaren anderer Vogelgrippeexperten, die in der Herald Tribune ihrerseits die offiziellen Informationen aus China in Frage stellten.