19.11.2004 · Das vom Markt genommene Schmerzmittel Vioxx wird in Deutschland akribisch untersucht. Mediziner werten eine Liste sämtlicher Komplikationen aus, die das Medikament bei deutschen Patienten hervorgerufen hat.
Im Zusammenhang mit dem vom Markt genommenen Schmerzmittel Vioxx werden einem Zeitungsbericht zufolge in Deutschland acht ungeklärte Todesfälle überprüft. Eine Wechselwirkung mit dem Medikament sei nicht auszuschließen, sagte der zweite Geschäftsführer der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, David Tiaden, der „Kölnischen/Bonner Rundschau“. In der Datenbank seien 1.011 Fälle mit Komplikationen gespeichert, bei denen es einen Zusammenhang mit der Einnahme des Mittels geben könnte. Darunter seien auch 28 Fälle von Herzversagen.
Der amerikanische Pharmakonzern Merck hatte sein Medikament Vioxx im September überraschend vom Markt genommen. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit Ergebnissen klinischer Studien, wonach mit Vioxx behandelte Patienten ein höheres Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte aufweisen. Vioxx war 1999 zunächst in den Vereinigte Staaten zugelassen worden und wurde zuletzt in 80 Ländern vertrieben. Allein im vergangenen Jahr brachte das Schmerz- und entzündungshemmende Mittel dem Konzern einen Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar (zwei Milliarden Euro).