Home
http://www.faz.net/-gum-73izq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Veröffentlicht: 11.10.2012, 13:48 Uhr

Vereinigte Staaten Schon zwölf Tote durch Pilz-Meningitis

Es ist der zwölfte Todesfall in den Vereinigten Staaten, der auf ein verunreinigtes Medikament zurückzuführen ist – 140 Menschen sind schon erkrankt. Sie alle bekamen das Mittel gespritzt.

© dapd Das Medikament, das die Krankheitswelle ausgelöst hat, wurde vom Hersteller bereits zurückgerufen.

Die von einem verunreinigten Medikament ausgelöste Meningitiswelle in den Vereinigten Staaten weitet sich aus. Nach Angaben der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC in Atlanta starb ein weiterer Mensch an der Hirnhautentzündung. Damit stieg die Zahl der Toten auf zwölf. In den inzwischen zehn betroffenen Bundesstaaten waren 137 Erkrankte gemeldet, 18 mehr als am Vortag. Sie hatten das Mittel in den Rücken gespritzt bekommen.

Das vor allem bei chronischen Entzündungen eingesetzte Medikament war mit Pilzen verseucht. Die dadurch ausgelöste Form der Hirnhautentzündung ist nach Angaben der Behörde nicht ansteckend. Wie es genau zu dieser Verunreinigung kam, sei allerdings noch unklar. Insgesamt hatten 76 medizinische Einrichtungen das Steroid-Präparat mit dem Wirkstoff Methylprednisolon-21-Acetat erhalten. Es wurde den Patienten in die Nähe des Rückenmarks injiziert. Hersteller ist laut Nachrichtenagentur AFP das New England Compounding Center aus dem Bundesstaat Massachusetts. Das Mittel war nach CDC-Angaben in 23 der 50 Bundesstaaten geliefert worden. Mehrere Zehntausend Menschen könnten somit betroffen sein. Der Hersteller startete bereits freiwillig einen Rückruf seines Produkts und stoppte seine gesamte Produktion.

Bundesstaat Tennessee am stärksten betroffen

Nicht alle Menschen, denen die Arznei gespritzt worden sei, erkrankten, betonte die Behörde. Mit dem Medikament behandelte Patienten, die jetzt etwa über Schmerzen klagten, sich schwach fühlten oder Fieber hätten, sollten aber ärztlichen Rat suchen. Die Meningitis greift Gehirn und Rückenmark an. Die Krankheit bleibt oft lange unentdeckt, weil die ersten Symptome zunächst einer normalen Grippe ähneln. Einige Menschen hätten nach der Injektion aber auch Schlaganfälle erlitten.Die Betroffenen müssen im Krankenhaus intravenös Medikamente gegen den Erregerpilz erhalten.

Insgesamt bleibt der Bundesstaat Tennessee der Schwerpunkt der Meningitiswelle. Ein Drittel der Erkrankten (44) und die Hälfte der Todesfälle (6) wurden in dem Südstaat registriert. Die beiden anderen Brennpunkte sind das nicht weit entfernte Virginia mit 27 Erkrankten und einem Toten und das weit im Norden gelegene Michigan. Hier starben drei Menschen, 28 Erkrankte wurden gemeldet. Der Fall eines 70 Jahre alten Mannes aus Florida, der bereits im Juli gestorben ist, wurde erst nachträglich mit der aktuellen Meningitiswelle in Verbindung gebracht.

Mehr zum Thema

Quelle: AFP/dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Schneesturm Jonas Amerikas Ostküste bemüht sich um Normalität

Der Schnee glitzert unter strahlendem Sonnenschein, doch die meisten an der Ostküste lebenden Amerikaner können dem Idyll nichts abgewinnen. Mehr

26.01.2016, 11:16 Uhr | Gesellschaft
Leopardenangriff Raubkatze verletzt mehrere Menschen

Ein wilder Leopard hat im südindischen Bundesstaat Karnataka für Angst und Schrecken gesorgt. Mehr

08.02.2016, 09:37 Uhr | Gesellschaft
Schuppenflechte Ist das ansteckend?

Schuppenflechte ist heute gut behandelbar, doch die Patienten leiden trotzdem – unter sozialer Ausgrenzung. Dagegen wollen Hautärzte nun etwas tun. Mehr Von Lucia Schmidt

30.01.2016, 08:00 Uhr | Gesellschaft
Bad Aibling in Oberbayern Mehrere Tote bei Zugunglück

Bei einem Frontal-Zusammenstoß von zwei Zügen bei Bad Aibling in Oberbayern sind mehrere Menschen ums Leben gekommen, rund 90 Menschen sollen verletzt sein. Die Bergungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Mehr

09.02.2016, 15:12 Uhr | Gesellschaft
Zika Globaler Kampf gegen ein explosives Virus

Das Zika-Virus in Lateinamerika befeuert die Debatte um ein Verbot des Schwangerschaftsabbruchs. Denn in den meisten Staaten ist Abtreibung äußerst streng geregelt - und unter sicheren Umständen kann die sich nur die Oberschicht leisten. Mehr Von Matthias Rüb, SÃO PAULO

04.02.2016, 09:33 Uhr | Gesellschaft
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden