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Vereinigte Staaten Gebärmutter-Transplantation?

17.01.2007 ·  Frauen, die sich bislang den Wunsch nach einem eigenen Kind nicht erfüllen konnten, schöpfen Hoffnung. Denn amerikanische Ärzte planen die erste Gebärmuttertransplantation. Die Operation gilt als riskant - und sie ist umstritten.

Von Katja Gelinsky, Washington
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Ein amerikanisches Ärzteteam trifft Vorbereitungen für die erste Gebärmuttertransplantation in den Vereinigten Staaten. Ziel von Giuseppe Del Priore, einem Arzt am New York Downtown Hospital, ist es, Frauen durch vorübergehende Einpflanzung einer Spender-Gebärmutter eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Nach Angaben des Arztes sind Hunderte von Patientinnen, die keine Kinder bekommen können, weil ihre Gebärmutter beschädigt ist oder aus medizinischen Gründen entfernt wurde, interessiert. „Wir denken, dass wir vielen Frauen helfen können, diesen sehr grundlegenden Wunsch nach einem eigenen Kind zu erfüllen“, sagte Del Priore, der auf dem Gebiet der gynäkologischen Onkologie arbeitet, der „Washington Post“. Es wäre zwar die erste Transplantation einer Gebärmutter in den Vereinigten Staaten, aber nicht überhaupt: Im Jahr 2002 implantierten Ärzte in Saudi-Arabien einer 26 Jahre alten Frau den Uterus einer Sechsundvierzigjährigen. Das Organ wurde jedoch abgestoßen und musste der Frau nach 14 Wochen wieder entfernt werden.

Del Priore und sein Team planen, den Patientinnen die Gebärmutter von verstorbenen Organspendern zu transplantieren, deren Familienangehörige mit der Prozedur einverstanden sind. Nach der Operation soll eine Wartezeit von etwa drei Monaten folgen, in der die Funktionsfähigkeit der Gebärmutter überprüft wird und sichergestellt werden soll, dass keine Abstoßungsreaktionen auftreten. Anschließend soll der Patientin ein Embryo eingepflanzt werden, der zuvor durch künstliche Befruchtung (In-vitro-Fertilisation) herangezogen wurde. Nach neun Monaten soll das Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden. Gleichzeitig soll die transplantierte Gebärmutter wieder entfernt werden, damit die Frau nicht länger Medikamente gegen Abstoßungsreaktionen einnehmen muss.

Geplante Operation ist umstritten

Doch die geplante Transplantation, für die das New Yorker Ärzteteam zurzeit 40 bis 50 potentielle Patientinnen prüft, stößt bei Medizinern und Bioethikern auf Bedenken. Nach Überzeugung einiger Kritiker sind weitere medizinische Vorarbeiten notwendig, um Gefahren für die Patientin und das Kind auszuschließen. Bevor man eine Gebärmuttertransplantation beim Menschen versuche, seien mehr Experimente mit Tieren erforderlich, sagt der schwedische Mediziner Mats Brännström von der Göteborg-Universität, der Gebärmuttertransplantationen an Mäusen, Schweinen und Schafen erprobt hat und die amerikanischen Mediziner vergangenen Oktober besuchte.

Kritiker, wie die Bioethikerin Lori Andrews von der Rechtsfakultät des Institute of Technology in Chicago, wenden ein, dass Gebärmuttertransplantationen, anders als zum Beispiel Nierentransplantationen, nicht lebensnotwendig seien. Und den Kinderwunsch könnten sich die Patientinnen auch durch Adoption erfüllen oder durch Leihmutterschaft - das allerdings ist in Deutschland und anderen europäischen Ländern rechtlich nicht zulässig. Die amerikanische Vereinigung für Fortpflanzungsmedizin hat dagegen keine Einwände gegen die geplante Transplantation. „Solange die Patientinnen alle Fakten kennen“, so ein Sprecher, „sollten sie die Wahl haben.“

Quelle: F.A.Z., 17.01.2007, Nr. 14 / Seite 9
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