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Unicef-Studie : Mädchen werden seltener Opfer von Beschneidungen

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Ein Beschneidungsmesser, wie es im westafrikanischen Mali bei Mädchen verwendet wird Bild: Kaufhold, Marcus

Einer Studie des UN-Kinderhilfswerks zufolge wird die heutige Generation an Mädchen seltener beschnitten als noch die Generation ihrer Mütter. Doch noch immer leben 125 Millionen Frauen mit den Folgen der Genitalverstümmelung.

          Die heutige Generation der Mädchen wird nach Angaben einer UNICEF-Studie deutlich seltener Opfer von Genitalverstümmelungen als die Generation ihrer Mütter. In den meisten Ländern, in denen es die Tradition der Mädchenbeschneidung gibt, spricht sich dem Bericht des UN-Kinderhilfswerks zufolge inzwischen eine Mehrheit der Menschen gegen das brutale Ritual aus.

          Unicef untersuchte die Situation in den 29 am stärksten von Genitalverstümmelungen betroffenen Ländern. Dem Bericht zufolge geht der Wandel allerdings in vielen Regionen nur langsam voran. So bestehe für weiterhin jährlich drei Millionen Mädchen die Gefahr, an den Genitalien beschnitten zu werden. Weltweit müssen laut UNICEF 125 Millionen Frauen mit den Folgen des Eingriffs leben.

          Beschneidungen aus Angst vor Ausgrenzung

          Deutliche Fortschritte gebe es in Irak, Kenia, Liberia, Nigeria, Tansania und der Zentralafrikanischen Republik. In anderen Ländern wie Ägypten, Dschibuti, Guinea oder Somalia habe sich aber wenig geändert. Dort würden weiter mehr als 90 Prozent der Mädchen beschnitten. Die hohe Zahl von fachärztlichen Eingriffen in Ägypten zeige dabei etwa, wie tief verankert die Prozedur der Mädchenbeschneidung im ägyptischen Gesellschaftsverständnis sei.

          Unicef berichtet, als häufigster Grund für die fortgesetzte Mädchenbeschneidung werde das Gefühl sozialer Verpflichtung angegeben. Die Angst vor Ausgrenzung sei dabei sogar stärker als die Sorge vor Strafverfolgung wegen des in vielen Ländern inzwischen gesetzlich verbotenen Brauchs.

          Als Konsequenz daraus fordert Unicef eine offene Debatte in den betroffenen Ländern. Denn häufig würden Eltern ihre Töchter beschneiden lassen, weil sie annehmen, dass das erwartet werde - obwohl in mehreren dieser Länder auch die Mehrheit der Männer gegen Mädchenbeschneidung sei.

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