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Unicef-Bericht : 15.000 tote Kinder am Tag

Zwei Neugeborene in Indien. Dort ist die Sterblichkeitsrate unter Fünfjährigen besonders hoch. Bild: AFP

Die Sterblichkeit bei den unter Fünfjährigen ist weiter hoch. Die Ursachen sind oft vermeidbare Krankheiten wie Durchfall. Fast die Hälfte aller Todesfälle verteilen sich auf nur fünf Länder.

          An jedem Tag im vergangenen Jahr sind 15.000 Kinder noch vor ihrem fünften Lebensjahr an vermeidbaren Krankheiten oder Komplikationen gestorben. Fast die Hälfte von ihnen waren Säuglinge, die innerhalb der ersten 28 Tage nach ihrer Geburt zu Tode kamen. So dramatisch die Zahlen klingen, seit 2000 hat sich die Kindersterblichkeit dennoch fast halbiert, wie ein Bericht unter anderem des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef), der Weltgesundheitsorganisation und der Weltbank für das Jahr 2016 zeigt. Demnach starben im vergangenen Jahr 5,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Zur Jahrtausendwende hatte die Zahl noch fast 9,9 Millionen betragen.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Das Leben von 50 Millionen Kindern habe seit dem Jahr 2000 gerettet werden können, sagte Stefan Swartling Peterson, Gesundheitsdirektor von Unicef, am Donnerstag bei der Vorstellung des Berichts. Für ihn sei das ein Beleg dafür, dass viele Regierungen auf der ganzen Welt den festen Willen hätten, die Kindersterblichkeit zu verringern. Aber es müsse noch mehr vor allem für Schwangere und junge Mütter sowie deren Neugeborene getan werden. „Wir haben das Wissen und die Möglichkeiten, wir müssen sie nur dorthin bringen, wo sie am meisten benötigt werden.“ Denn sollte es keine weiteren Fortschritte geben, stürben zwischen 2017 und 2030 mindestens 60 Millionen Kinder vor ihrem fünften Lebensjahr, die Hälfte von ihnen wären Neugeborene.

          Die meisten vermeidbaren Todesfälle bei Neugeborenen werden in zwei Regionen gezählt: in Südasien (39 Prozent) und im südlichen Afrika (38 Prozent). Fast die Hälfte aller Todesfälle verteilen sich auf nur fünf Länder: Indien (24 Prozent), Pakistan (zehn Prozent), Nigeria (neun Prozent), Demokratische Republik Kongo (vier Prozent) und Äthiopien (drei Prozent). Häufigste Todesursachen sind Lungenentzündung (16 Prozent) und Durchfallerkrankungen (acht Prozent), gefolgt von Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt. Jedes dritte Neugeborene stirbt, weil es zu früh und ohne medizinische Hilfe auf die Welt kommt.

          In diesem Zusammenhang macht der Bericht darauf aufmerksam, dass zusätzlich zu den 5,6 Millionen Kleinkindern, die 2016 zu Tode kamen, noch 2,6 Millionen Totgeburten verzeichnet wurden. Auch die Mehrheit davon wäre vermeidbar gewesen. Tim Evans von der Weltbank nennt es „skrupellos, dass Schwangerschaft und Geburt im Jahr 2017 noch lebensbedrohliche Umstände für Frauen sein können“. Bis 2030 könnten mit besserer Versorgung 30 Millionen Neugeborene und 30 Millionen weitere Kinder unter fünf Jahren gerettet werden, heißt es in dem Bericht.

          Dazu müssten aber wesentlich mehr Schwangere, besonders in den fünf genannten Ländern, einen verbesserten Zugang zu medizinischer Versorgung bekommen. Neugeborene müssten zudem konsequent gestillt, Kleinkinder gegen Infektionskrankheiten geimpft werden. Vor allem aber müssten der Zugang zu sauberem Wasser und auch die sanitären Bedingungen für Menschen in den ärmsten Teilen der Welt verbessert werden.

          Quelle: F.A.Z.

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