13.05.2005 · Der Fall der amerikanischen Wachkoma-Patientin Terri Schiavo löste weltweit das Nachdenken über das Thema „passive Sterbehilfe“ aus. Was die Deutschen dazu meinen, hat jetzt eine Umfrage unter 2.064 Personen ergeben.
Eine große Mehrheit der Deutschen ist dagegen, daß hoffnungslos kranke Menschen noch für längere Zeit künstlich am Leben erhalten werden. Das Ergebnis einer im April vorgenommenen Umfrage unter 2.064 Personen zum Thema „passive Sterbehilfe“ wurde am Freitag vom Institut für Demoskopie in Allensbach am Bodensee veröffentlicht.
80 Prozent meinten, daß Ärzte auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichten sollten, wenn eine entsprechende Willensbekundung des Patienten vorliege. Acht Prozent waren gegenteiliger Ansicht, der Rest war unentschieden.
Fall Schiavo regt zum Nachdenken an
Nach Ansicht des Instituts hat der Fall der Amerikanerin Terri Schiavo auch in Deutschland viele Menschen zum Nachdenken über das Thema veranlaßt. Die Frau, die viele Jahre in einem Wachkoma lag, bis man sie sterben ließ, hatte keinerlei Verfügung getroffen und konnte ihren Willen nicht äußern. Dennoch meinten 56 Prozent der Befragten, es sei richtig gewesen, die künstliche Ernährung einzustellen; 21 Prozent hielten dies für nicht richtig. Weitere 21 Prozent konnten sich nicht entscheiden. Zwei Prozent hatten nichts von dem Vorgang gehört.