06.10.2005 · Jung, untrainiert, fett - das sind nicht wenige Rekruten, die in der Bundeswehr ihren Dienst aufnehmen sollen. Fast 40 Prozent werden wegen fehlender Fitneß inzwischen ausgemustert. Ein gewichtiges Problem für die Armee.
In der Bundeswehr-Führung herrscht weiter Sorge um die körperliche Fitneß des potenziellen Soldatennachwuchses. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Zeitungsbericht, wonach immer mehr potenzielle Rekruten wegen Übergewichtigkeit bei der Musterung durchfallen. Die in dem Bericht genannten Zahlen seien allerdings nicht neu, sondern stammten aus einer Anfang des Jahres veröffentlichten Studie, sagte der Ministeriumssprecher.
Die Durchfallquote beim Fitneßtest vor dem Eintritt in die Bundeswehr wird ständig größer und liegt mittlerweile bei fast 40 Prozent. Bei Gymnasiasten war die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren demnach am stärksten: Waren 1999 noch 7,6 Prozent der Gemusterten für die Streitkräfte „voll verwendungsfähig“, würden inzwischen nur noch 4,6 Prozent in diese Kategorie eingestuft.
Jung und untrainiert
Der Anteil übergewichtiger junger Untrainierter mit geringer körperlicher Leistungsfähigkeit werde künftig beträchtlich ansteigen, zitierte das Blatt den Inspekteur des Sanitätsdienstes, Admiraloberstabsarzt Karsten Ocker. Ähnlich hatte sich Ocker bereits Anfang September geäußert. Damit bekommt die Bundeswehr die Auswirkungen eines allgemeinen Trends zu spüren. Übergewicht entwickelt sich derzeit Experten zufolge zum Krankheitsrisiko Nummer eins in unserer Gesellschaft.
Laut Verteidigungsministerium bezog sich der Sanitätsinspekteur auf die Anfang des Jahres in der Wehrmedizinischen Monatszeitschrift erschienene Untersuchung „Physical Fitness“. In der Langzeitstudie seien die Musterungsergebnisse der Jahre 1995 bis 2005 ausgewertet worden. „Mit dieser Thematik beschäftigen wir uns schon lange Zeit“, fügte der Sprecher hinzu.