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Veröffentlicht: 05.05.2017, 17:29 Uhr

„Ich bin eine Vorerkrankung“ Twitter-Protest gegen Trumps Gesundheitspläne

Wer krank ist, bekommt dank Donald Trump in Amerika vielleicht bald keine Versicherung mehr. Auf Twitter stellen sich Menschen vor, die von dem Ende von „Obamacare“ betroffen wären. Es sind vor allem Frauen und Kinder.

© AFP Der amerikanische Präsident über die knappe Abstimmung: „Das hat die Republikaner wirklich zusammengebracht.“

Unter dem Hashtag #IAmAPreexistingCondition („Ich bin eine Vorerkrankung“) formiert sich auf Twitter Widerstand gegen den Versuch Donald Trumps, die Gesundheitsreform von Barack Obama zurückzudrehen. Bis 2014 konnten Krankenversicherungen Patienten ablehnen, die eine Vorerkrankung hatten. Das könnte jetzt bald wieder der Fall sein: Mit einer hauchdünnen Mehrheit schafften es die Republikaner am Donnerstag, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das „Obamacare“ ersetzen soll. Die Pflicht zur Krankenversicherung soll abgeschafft werden, was dazu führen würde,  dass vor allem junge gesunde Leute aus der Krankenversicherung ausscheren und das Risiko in Kauf nehmen würden, im Krankheitsfall die Behandlung aus eigener Tasche bezahlen zu müssen. Das Gesetz muss aber erst noch durch den Senat.

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Klappt das, sollen Besserverdiener entlastet werden, die Verpflichtung der Versicherer, eine medizinische Grundversorgung finanziell abzusichern und jeden zu gleichen Konditionen aufzunehmen, würde dafür abgeschafft. Laut einem Bericht von „Spiegel Online“ wären von den negativen Folgen des Gesetzes vor allem Frauen betroffen. Zu den Vorerkrankungen, wegen denen Menschen eine Versicherung verwehrt werden darf, zählen demnach zum Beispiel ein Kaiserschnitt, eine Wochenbettdepression und sogar sexueller Missbrauch. Auf Twitter wurden am Freitagnachmittag im Minutentakt Beiträge veröffentlicht, in denen vor allem Frauen von ihren Vorerkrankungen berichteten, einige zählten das Frau-Sein selbst sarkastisch dazu.

© Twitter
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Besonders dramatisch ist der Gesetzesentwurf für kranke Neugeborene: Wer mit einer Vorerkrankung zur Welt kommt, hat bald vielleicht keine Chance mehr auf eine Versicherung. Darauf hatte bereits der berühmte Moderator Jimmy Kimmel in einem bewegenden Beitrag seiner Late-Show aufmerksam gemacht. Kimmel, der in diesem Jahr die Oscars moderiert hatte, berichtete von der Geburt seines Sohnes, der mit einem Herzfehler zur Welt gekommen und fast gestorben war. Unter Tränen dankte Kimmel den Ärzten und wies dann daraufhin, dass viele Kinder bald keinen Versicherungsschutz mehr bekämen: „Wenn dein Baby im Sterben liegt, sollte es egal sein, was du verdienst – darin sind wir uns doch alle einig, egal ob Demokraten oder Republikaner.“ Barack Obama teilte das Video auf Twitter mit den Worten: „Genau deswegen haben wir so hart für das Gesetz gekämpft.“ In dem Netzwerk berichteten jetzt auch andere Eltern von den Krankheiten ihrer Kinder.

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Wie meistens bei Trends auf Twitter, versuchte aber auch die Gegenseite unter dem Hashtag #IAmAPreexistingCondition Gehör zu finden. Eine Nutzerin schrieb: „Ich wurde von Obama fast zu Tode besteuert.“ Eine andere Frau sammelte fast 500 Herzchen für den Beitrag: „#IAmAPreexistingCondition trendet wegen der Liberalen. Endlich geben sie zu, dass Liberalismus eine psychische Krankheit ist.“

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