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Todesursachen : Lungenkrebs bei Frauen jetzt vor Brustkrebs

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Die Krebssterblichkeit in Deutschland ist rückläufig – außer bei Lungenkrebs. Mittlerweile ist Lungenkrebs auch bei Frauen die häufigste Krebstodesursache. Wissenschaftler wissen, warum.

          In diesem Jahr wird Lungenkrebs zum ersten Mal auch bei Frauen die häufigste Krebstodesursache in der Europäischen Union (EU) sein. Diese Prognose leiten Epidemiologen der Universität Mailand aus den Todesursachen-Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und von Eurostat ab – unter Berücksichtigung des Wachstums und der Alterung der Bevölkerungen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Polen, Italien und im Vereinigten Königreich. Danach werden statistisch mehr Frauen (14,24 pro 100000) an Lungenkrebs sterben und geringfügig weniger (14,22) an Brustkrebs. Brustkrebs war bislang die häufigste Krebstodesursache.

          Die Krebssterblichkeit in Deutschland und der EU ist insgesamt rückläufig, nicht aber bei Lungenkrebs. Im Jahr 2013 ließen sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts 15370 Sterbefälle auf Lungen- und Bronchialkrebs zurückführen, 30 Jahre zuvor waren es nur 5491 gewesen. Wegen des schnellen Anstiegs sei auch in Deutschland damit zu rechnen, dass bei den Sterbefällen Lungenkrebs den Brustkrebs überholt, auch wenn es in Deutschland wohl noch etwas länger dauern werde als in der gesamten EU, sagte dazu am Montag Klaus Kraywinkel vom Zentrum für Krebsregisterdaten.

          Sichtbar werden an den neuen Zahlen die Folgen einer Entwicklung, die in den siebziger Jahren ihren Anfang nahm, als das Rauchen sich auch unter Frauen verbreitete. Mehr als die Hälfte aller Lungenkrebsfälle lassen sich auf den Tabakkonsum zurückführen. Selten, sagte Kraywinkel, gebe es eine so klare Beziehung zwischen einer Krebserkrankung und ihren Ursachen.

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