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Tropenkrankheit : Alle zwei Minuten stirbt ein Kind an Malaria

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Der beste und einfachste Schutz: Ein Moskitonetz, das mit Insektiziden behandelt wurde. Bild: 20080423

Die Zahl der Malaria-Toten geht zurück. Dennoch könnten viele Leben durch einfache Maßnahmen gerettet werden. Ein erster Impfstoff wird bereits getestet.

          Seit 2010 ist die Zahl der Malaria-Toten um fast ein Drittel auf 429000 gesunken. Trotzdem stirbt noch immer alle zwei Minuten ein Kind an der von Mücken übertragenen Infektionskrankheit. Wie aus dem diesjährigen Malaria-Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervorgeht, ist die jährliche Zahl der Neuinfektionen zwar in fünf Jahren um 21 Prozent auf 212 Millionen im vergangenen Jahr gesunken. Und seit 2000 konnten sechs Länder sogar für „malariafrei“ erklärt werden, in elf weiteren gab es seit mindestens drei Jahren keine neuen Fälle.

          Trotzdem erreiche wohl nicht einmal die Hälfte der noch 91 von Malaria heimgesuchten Länder auf der Welt die von der WHO bis zum Jahr 2020 gesetzten Vorgaben: Ziel ist es, bis dahin die Zahl der Neuinfektionen und die Zahl der Todesfälle um jeweils 40Prozent zu senken.

          Ein Moskitonetz kann Leben retten

          Mehr als zwei Drittel aller Malaria-Todesopfer sind Kinder unter fünf Jahren. Dabei ließen sich viele Todesfälle ganz einfach verhindern. Bester Schutz sind nach WHO-Angaben noch immer Moskitonetze, die mit Insektiziden behandelt sind. Allein zwischen 2013 und 2015 wurden 510 Millionen dieser Netze im südlichen Afrika verteilt, wo es die meisten Fälle der Tropenkrankheit gibt.

          So konnte die Zahl der Kinder, die regelmäßig unter einem schützenden Netz schlafen, zwar verdoppelt werden. Knapp die Hälfte der Kinder dort musste aber 2015 noch ohne den Schutz auskommen. WHO-Generaldirektorin Margaret Chan fordert daher, die Mittel für den Kampf gegen Malaria von knapp drei Milliarden auf 6,4 Milliarden Dollar bis 2020 zu erhöhen. Nur so könnten alle Kinder mit den Netzen versorgt werden, die immer wieder erneuert werden müssen.

          Zugleich müssten neue Mittel im Kampf gegen die von Parasiten hervorgerufene Krankheit entwickelt werden. Eine der Hauptsorgen der WHO sind nach den Worten ihrer Generaldirektorin die zunehmenden Resistenzen der Mücken gegen Insektizide. Hoffnung setze man auf einen ersten Malaria-Impfstoff (RTS,S oder auch Mosquirix genannt), der bald in drei afrikanischen Ländern getestet werden soll.

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