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Veröffentlicht: 27.10.2016, 22:48 Uhr

Impfung gegen Masern Tausende Kinder unzureichend vor Masern geschützt

Nur 63 Prozent aller Kleinkinder sind in Deutschland ausreichend gegen Masern geimpft. Die WHO will die Krankheit ausrotten. Doch keine Region erreicht den dazu notwendigen Wert.

von , Berlin
© dpa Bisher ist Deutschland weit entfernt davon, alle Kinder ausreichend gegen Masern zu schützen.

Zweimal sollten Kleinkinder bis zum Ende des zweiten Lebensjahrs gegen Masern geimpft sein. Das empfehlen Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Ärzteschaft. Doch Deutschland ist davon weit entfernt. Nur 63 Prozent aller Kleinkinder verfügen über den Schutz. Das geht aus Daten der Kassenärzte hervor, deren Zentralinstitut den Impfstatus von 2,2 Millionen gesetzlich versicherten Kindern der Jahrgänge 2009 bis 2012 analysiert hat. Demnach sind 73000 Kinder unzureichend vor Masern geschützt, 66000 von ihnen sind überhaupt nicht geimpft. Zwar werden mit der ersten Impfung unverändert 88 Prozent der Kleinkinder erreicht, doch fällt die zweite Impfung oft aus. Offenbar sind die Eltern für das Thema nicht genügend sensibilisiert.

Andreas Mihm Folgen:

Masern enden in drei bis fünf von 1000 Fällen tödlich, die Infektion kann auch für Erwachsene schwere Folgen haben. Die WHO will die Krankheit ausrotten. Dazu wären Impfquoten von 95 Prozent notwendig. In Deutschland erreicht keine Region diesen Wert, wie die Wissenschaftler im „Versorgungsatlas“ schreiben. Die besten Quoten werden in Niedersachsen erzielt. In Peine und Wolfsburg sind 78 Prozent der Kleinkinder bis zum zweiten Geburtstag vollständig geimpft.

Infografik / Karte / masernimpfung bei kindern © F.A.Z. Vergrößern

Die Kreise Osterode und Osterholz können zudem die höchsten Zuwachsraten mit je rund sechs Prozentpunkten pro Jahr für beide Impfungen verbuchen. Am unteren Ende liegen die bayerischen Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz und Rosenheim, wo nur 36 bis 42 Prozent der Kinder zwei Mal geimpft sind. Die Impfmüdigkeit ist in Bayern und Baden-Württemberg stark ausgeprägt. In vielen Landkreisen und kreisfreien Städten lägen die Immunisierungsraten unter dem Bundesschnitt. „Respektable Werte“ wie im oberfränkischen Wunsiedel mit 78 Prozent oder im badischen Lörrach mit 70 Prozent änderten daran nichts.

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Auffallend sind die regionalen Unterschiede der Impfquoten, die innerhalb der Bundesländer größer sind als zwischen den Bundesländern. In Bayern liegt die Spanne zwischen 36 und 78 Prozent, in Baden-Württemberg zwischen 49 und 70 Prozent, in Rheinland-Pfalz – ähnlich wie in Nordrhein-Westfalen – zwischen 55 und 77 Prozent. Folge der Impflücken seien Masern-Ausbrüche und knapp 2500 gemeldete Krankheitsfälle. Anfang 2015 war erstmals seit Jahren ein nicht geimpftes Kleinkind an Masern gestorben. Vor diesem Hintergrund sei es besonders alarmierend, dass in 13 Kreisen bei den Jahrgängen 2009 bis 2012 die Quote für die zweite Impfung durchgängig gesunken ist.

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