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Aktualisiert: 26.02.2015, 15:43 Uhr

Masern-Welle Täglich bis zu 30 neue Masernfälle in Berlin

Masern breiten sich in der Hauptstadt weiter schnell aus: Allein von Mittwoch auf Donnerstag wurden knapp 30 neue Fälle registriert. Insgesamt sind es schon mehr als 600.

© Centers for Disease Control and Prevention Gefährlicher Virus: der Masern-Erreger

Allein von Mittwoch auf Donnerstag wurden laut Landesamt für Gesundheit und Soziales 28 neue Masern-Fälle in Berlin registriert. Seit Wochenbeginn sind es damit fast 70 neue Erkrankungen; seit Beginn des Masernausbruchs im vergangenen Oktober wuchs die Gesamtzahl auf nun 637. Kinder und Jugendliche sind besonders häufig betroffen. Mehr als zwei Drittel der Patienten erkrankten in diesem Jahr, darunter auch viele Erwachsene ohne Impfschutz. Bei rund einem Viertel der Patienten verlief die Infektion so schwer, dass sie ins Krankenhaus kamen. Die zurzeit in Berlin grassierende Masernwelle ist die schlimmste seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. In der vergangenen Woche war ein nicht gegen die Infektion geimpftes Kind an Masern gestorben. Daraufhin hatten die Bestellungen nach dem entsprechenden Impfstoff in einigen Regionen um das Fünffache zugenommen, sagte der Sprecher des Pharmagroßhändlers Sanacorp.

Zum zweiten Mal musste nun eine Berliner Schule wegen eines Masernfalls für einen Tag schließen; inzwischen läuft der Unterricht wieder, aber nur für die geimpften Kinder. Die meisten durchgeimpften Erstklässler leben im Bezirk Marzahn-Hellersdorf (94,1 Prozent). Die niedrigsten Impfraten gibt es in Friedrichshain-Kreuzberg (84,8 Prozent) und Pankow (88 Prozent). Die Daten wurden allerdings schon 2013 vom Gesundheitsamt erhoben.

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Laut zwei am Donnerstag veröffentlichten Umfragen befürworten rund drei Viertel der Deutschen eine Impfpflicht für schwere Krankheiten wie Masern. Während es eine solche Pflicht schon in einigen europäischen Ländern gibt, zum Beispiel in Bulgarien, Estland und Kroatien, wird über deren Einführung hierzulande noch diskutiert. Der Präsident der deutschen Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hat sich dafür ausgesprochen; Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sind hingegen der Meinung, eine Pflicht könne nur das letzte mögliche Mittel sein.

Die zurzeit in Berlin grassierende Masern-Welle ist die schlimmste seit Einführung der Meldepflicht. Masern schwächen das Immunsystem und können bei Komplikationen zu schweren Infektionen wie Lungen- und Gehirnentzündungen führen. Laut Statistik sterben zwei von 1000 Patienten an den Folgen einer Masern-Infektion.

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