Home
http://www.faz.net/-guw-745x6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Studie Selbst leichte Bewegung verlängert das Leben

Bewegung macht den Unterschied: Eine Studie mit Hunderttausenden Teilnehmern zeigt, dass selbst leichte körperliche Betätigung im Schnitt das Leben verlängert – egal ob man dünn ist, oder dick.

© dpa Vergrößern Rund 75 Minuten zügig gehen pro Woche steigert die Lebenserwartung um 1,8 Jahre im Schnitt, sagen die Forscher.

Bewegung lässt leicht Fettleibige im Schnitt länger leben als normalgewichtige und völlig inaktive Menschen. Das ist das Ergebnis einer Studie, für die skandinavische und amerikanische Forscher Daten aus sechs Untersuchungen mit mehr als 650 000 Teilnehmern im Alter von 21 bis 90 Jahren analysiert haben. Die Wissenschaftler unterstreichen darin den positiven Effekt selbst von leichter körperlicher Betätigung. Wer beispielsweise wöchentlich rund 75 Minuten zügig gehe, steigere seine Lebenserwartung im Schnitt um 1,8 Jahre, heißt es im Fachjournal „PLoS Medicine“.

Das Team um Steven Moore vom Nationalen Krebsinstitut in Bethesda (Bundesstaat Maryland) nutzte als Kriterium für Fettleibigkeit den sogenannten Body Mass Index (BMI), der das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße setzt. Wer einen BMI von 25 oder höher hat, gilt nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO als übergewichtig, bei einem BMI ab 30 als fettleibig.

Mehr zum Thema

Menschen, die zwar Normalgewicht hatten (BMI 18,5 bis 24,9), sich aber kaum bewegten, starben im Schnitt 3,1 Jahre früher als aktive Dicke (BMI 30 bis 34,9). Den extremsten Unterschied an Lebensjahren machten die Forscher zwischen fettleibigen (BMI über 30) inaktiven und regen schlanken Teilnehmern aus: Hier starben die Dicken durchschnittlich ganze 7,2 Jahre früher. Das Team bezog in der Studie nur Todesfälle ab einem Alter von 40 Jahren mit ein. Unfälle oder schwere Krankheiten bei Jüngeren spielten also keine Rolle.

Gartenarbeit und Spaziergänge helfen

„Diese Ergebnisse könnten helfen, derzeit inaktive Menschen zu überzeugen, dass schon mäßige körperliche Aktivität sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann - sogar wenn diese nicht zum Gewichtsverlust führt“, schreiben die Forscher. Dazu zählten die Wissenschaftler beispielsweise regelmäßige Gartenarbeit und zügiges Spazierengehen.

„Die sitzende Lebensweise ist ein echter Risikofaktor“, meint auch Professor Ingo Froböse, Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Inaktivität sei mittlerweile ein großes Problem rund um den Globus. „Laut aktuellen WHO-Zahlen haben wir pro Jahr 3,2 Millionen Tote durch körperliche Inaktivität.“

Die Ergebnisse zeigten nach Meinung der Forscher zwar, dass Bewegung im Alltag besonders wichtig ist - wirklich gesund sei aber nur eine Kombination aus Fitness und normalem Gewicht.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Polio Richtig impfen gegen Kinderlähmung

Jahrzehntelang war die „Schluckimpfung“ mit einem Lebendimpfstoff gegen Polio überall auf der Welt üblich. Ein internationales Wissenschaftlerteam liefert nun Hinweise darauf, dass erst die Kombination mit der inaktiven Vakzine aus der Spritze die Krankheit endgültig besiegen kann. Mehr

21.08.2014, 20:00 Uhr | Wissen
Epidemie in Westafrika Neue Erkenntnisse über Mutation des Ebola-Virus

Der derzeitige Ebola-Ausbruch ist der bislang schwerste. Erstmals haben Forscher während eines Ausbruchs das Erbgut der Viren analysiert. Sie fanden eine hohe Mutationsrate – und konnten den Weg der Ausbreitung nachzeichnen. Mehr

29.08.2014, 14:19 Uhr | Wissen
Kind im Mutterleib Geschenke fürs ganze Leben

Erbgut ist nicht alles. Schon während der Schwangerschaft wird ein Kind durch seine Umwelt geprägt. Wie wichtig Epigenetik ist, wird immer deutlicher. Mehr

19.08.2014, 15:01 Uhr | Wissen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 07.11.2012, 02:13 Uhr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden