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Statistik Überaltert und überzuckert: Diabetes-Todesfälle nehmen zu

13.11.2006 ·  Diabetes ist auf Platz zehn der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Ursachen für die Zuckerkrankheit: ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung. Zwei besorgniserregende Entwicklungen, gegen die sich der Weltdiabetestag wendet.

Von Peter-Philipp Schmitt
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Die Zahl der an „Diabetes mellitus“ gestorbenen Personen ist in Deutschland seit 1980 um 29 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte, starben im vergangenen Jahr 24.342 Menschen (9419 Männer und 14 923 Frauen) an der Zuckerkrankheit. Im Jahr 1980 waren es 18.895 - 6282 Männer und 12.613 Frauen. Während 1980 von je 100.000 Menschen 24,1 Personen an einer Form der Zuckerkrankheit starben (die Sterbeziffer bei den Männern betrug 16,9, bei den Frauen 30,7), waren es 2005 schon 29,5 Personen (Männer 23,3 und Frauen 35,4). „Diabetes mellitus“ ist somit für knapp drei Prozent aller Sterbefälle (1980: rund zwei Prozent) in Deutschland ursächlich.

Rang zehn bei Todesursachen

Nach Angaben des Bundesamts liegt die Gruppe der Stoffwechselkrankheiten, die mit dem Begriff „Diabetes mellitus“ bezeichnet wird, mittlerweile auf Platz zehn der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die Zuckerkrankheit entsteht unter anderem durch eine zunehmend ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung, zwei besorgniserregende Entwicklungen, gegen die sich der Weltdiabetestag an diesem Dienstag besonders wendet.

Letztlich Ursache der Überzuckerung des Blutes (Hyperglykämie) ist entweder ein Insulinmangel, eine Insulinunempfindlichkeit (Insulinresistenz) oder beides. Eingeschlossen in der Diabetiker-Statistik, die sich aus den Leichenschauscheinen der Ärzte ergibt, was zum Teil die großen Schwankungen bei der Erfassung über die Jahre erklärt, sind auch die Diabetestypen eins und zwei: der „primär insulinabhängige Diabetes mellitus“, früher Jugenddiabetes genannt, und der „nicht primär insulinabhängige Diabetes mellitus“, die Altersdiabetes.

Weitere Ursache: Überalterung

Eine weitere Ursache für die starke Zunahme der Todesfälle seit 1980 sehen die Statistiker in der steigenden Zahl älterer Menschen - vor allem von Frauen. In fast 94 Prozent aller Todesfälle waren die Patienten 60 Jahre und älter. Das durchschnittliche Sterbealter der an der Zuckerkrankheit gestorbenen Personen lag 2005 bei 79,3 Jahren (Männer 74,1 und Frauen 82,6 Jahren).

Kurioserweise ist damit das Sterbealter von Diabetikern höher als das statistisch erfaßte durchschnittliche Sterbealter für alle Todesursachen, das nach Angaben vom Bundesamt bei 76,4 Jahren liegt (Männer 71,9 und Frauen 80,3 Jahren). Eine Erklärung dafür ist, daß Diabetiker wegen ihrer Erkrankung wesentlich häufiger und regelmäßiger zum Arzt gehen als andere Menschen.

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Jahrgang 1967, Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

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