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Sexuell übertragbare Krankheiten : Reisende holen sich im Ausland oft HIV und Syphilis

HI-Viren Bild: dpa

Bei Frauen ist es am häufigsten eine Harnröhrenentzündung, bei Männern HIV: Weil viele Reisende noch immer auf Kondome verzichten, hält sich die Zahl von Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten.

          Reisende, die im Ausland Sex haben, verzichten offenbar noch immer häufig auf ein Kondom. Die Folge sind eine Vielzahl von Geschlechtskrankheiten, wie eine internationale Studie zeigt, die im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wurde und von der die „Ärzte Zeitung“ jetzt berichtet. Untersucht wurden die Daten von rund 112000 Patienten, die während oder nach einer Reise eine tropenmedizinische Einrichtung aufgesucht hatten, in einem Zeitraum von vierzehneinhalb Jahren – zwischen Juni 1996 bis November 2010. Bei 974 von ihnen (0,9 Prozent) wurden sexuell übertragbare Krankheiten festgestellt: Fast jeder dritte der überwiegend in Südostasien unterwegs gewesenen Reisenden hatte eine Harnröhrenentzündung, 28 Prozent eine HIV-Infektion, bei gut jedem fünften wurde eine Syphilis diagnostiziert.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Bei Frauen wurde am häufigsten eine Harnröhrenentzündung (Urethritis) diagnostiziert, gefolgt von einer HIV-Infektion, Syphilis, einer entzündlichen Beckenerkrankung und Trichomoniasis (einer Scheidenentzündung verursacht von einem Geißeltierchen, Trichomonas vaginalis). Bei den Männern führt eine HIV-Infektion die Liste der häufigsten Diagnosen an, gefolgt von Urethritis, Syphilis und Gonorrhoe.

          Mehr als die Hälfte der 112000 erkrankten Reisenden (rund 64000) war erst nach ihrer Rückkehr zum Arzt gegangen, 38000 mussten schon während ihrer Reise zum Arzt gehen, etwa 9500 waren Immigranten. Der überwiegende Teil der in der Studie Berücksichtigten waren Männer, die Freunde oder Verwandte im Ausland besucht hatten, weniger als vier Wochen unterwegs waren und vor der Reise keinen medizinischen Rat eingeholt hatten.

          Kommentatoren der Studie streiten über die Aussagekraft der Zahlen. Nach Angaben der „Ärzte Zeitung“ geben die Kritiker zum Beispiel zu denken, dass Reiserückkehrer mit Symptomen einer Geschlechtskrankheit meist nicht ein tropenmedizinisches Institut aufsuchen, sondern zu ihrem Hausarzt oder einem Facharzt gehen würden. Zu einem Tropenmediziner gingen eher Patienten mit Fieber und Allgemeinsymptomen, was den vergleichsweise hohen Anteil an HIV-Diagnosen in der Studie erklären könnte.

          Quelle: F.A.Z.

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