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Schweinegrippe Kommission empfiehlt Impfung gegen H1N1

08.10.2009 ·  Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat die Impfung gegen die Schweinegrippe jetzt offiziell empfohlen. Vor allem für Risikogruppen wie chronisch Kranke, aber auch für alle anderen sei dies die beste Möglichkeit, sich gegen den Erreger zu schützen.

Von Peter-Philipp Schmitt
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Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert-Koch-Institut in Berlin hat am Donnerstag eine Empfehlung zur Schutzimpfung gegen die Schweinegrippe veröffentlicht. Wie die 16 vom Bundesministerium für Gesundheit berufenen Fachleute schreiben, ist „die beste Möglichkeit, sich gegen eine Infektion mit der Neuen Influenza A (H1N1) zu schützen“, die Impfung. Vordringlich sei die Impfung von Personen von einem Alter von sechs Monaten an mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (zum Beispiel chronischer Krankheiten der Atmungsorgane, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes oder auch einer HIV-Infektion) sowie von Schwangeren und Beschäftigten in Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Diese drei Gruppen sollten darum zuerst geimpft werden. Allerdings ist der Impfstoff noch nicht zugelassen. Er soll voraussichtlich vom 26. Oktober an zur Verfügung stehen.

Zugleich weist die Stiko darauf hin, das grundsätzlich alle Bevölkerungsgruppen von der Impfung „profitieren“ können. Die Impfung sei auch wegen der möglichen Resitenzentwicklungen gegen antivirale Medikamente bedeutsam. Seit Ende Juni gibt es aus mehreren Staaten Meldungen über einzelne Resistenzen gegen Oseltamivir. Von etwa Mitte bis Ende November soll der Impstoff für jeden, der sich impfen lassen will, nach und nach bereit stehen. Derzeit wird von einer zweifachen Impfung im Abstand von sechs bis zwölf Wochen ausgegangen. Allerdings wollen die Fachleute noch einmal im November darüber beraten, ob nicht auch eine einfache Dosis genügt. Entsprechende Studien scheinen dies zu bestätigen.

Krankenkassen übernehmen Kosten

Normalerweise müssen von der Stiko empfohlene Impfungen - nach einer Bestätigung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss - von den Krankenkassen bezahlt werden. In diesem Fall übernehmen die Krankenversicherungen die Kosten der Schweinegrippe-Impfung bis zu einer Höhe von einer Milliarde Euro. Damit könnte sich die Hälfte der deutschen Bevölkerung immunisieren lassen - sollte es bei der doppelten Impfung bleiben.

Da allgemein die Schweinegrippe von den Bürgern als „medizinisch beherrschbar“ wahrgenommen werde, heißt es beim thüringischen Gesundheitsministerium, gehe man von einer Impfbereitschaft aus, die in etwa der bei der saisonalen Grippe entspricht. Gegen die alljährlich wiederkehrende Influenza (gegen die man sich nach Empfehlung der Stiko auch in diesem Jahr unbedingt zusätzlich impfen lassen sollte) lassen sich etwa 22 Prozent der Bevölkerung impfen. Die Bundesländer hatten zunächst 50 Millionen Dosen des Schweinegrippe-Impfstoffs bestellt - mit der Option über weitere 18 Millionen Dosen. Sollten diese nicht vollständig verbraucht werden, werden die Reste nach bisheriger Planung dann an Entwicklungsländer gespendet.

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Jahrgang 1967, Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

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