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Immer mehr Konsumenten : Regierung fordert junge Kiffer auf: „Quit the Shit“

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Vor allem immer mehr junge Männer kiffen. Bild: dpa

Der Konsum von Cannabis hat bei den zwölf bis 25-Jährigen zugenommen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung sagt, die ständige Debatte um die Legalisierung führe in die falsche Richtung.

          Junge Leute konsumieren das Rauschmittel Cannabis häufiger als noch vor zehn Jahren. Auffällig ist der Zuwachs des Konsums der gesundheitsgefährdenden Droge bei Männern. Dies erklärten die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus Anlass des Weltdrogentages.

          Neue Studien zeigten, dass der Konsum von Cannabis bei den zwölf bis 25-Jährigen zugenommen hat. So habe jeder Sechste der 18- bis 25-Jährigen angegeben, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Vor zehn Jahren habe dies nur jeder Neunte zugegeben. Bei den Männern dieser Altersgruppe habe dies fast jeder Vierte gesagt. Vor zehn Jahren sei es noch jeder Siebte gewesen.

          Auch bei den zwölf bis 17 Jahre alten männlichen Jugendlichen habe der Cannabisgebrauch zugenommen. Gäben davon heute 9,5 Prozent der Altersgruppe an, gekifft zu haben, so seien es im Jahr 2011 nur 6,2 Prozent gewesen.

          Mortler sagte, das Resultat verdeutliche „mal wieder, dass Cannabis nicht weiter verharmlost werden darf“. Aufklärung und Prävention seien nötig. Die ständige Debatte um die Legalisierung von Cannabis führe in die falsche Richtung. Sie suggeriere fälschlicherweise gerade den Jüngeren, Cannabis sei eine ungefährliche Substanz.

          Heidrun Thaiss, die Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, wies auf die gesundheitliche Folgen des Kiffens hin. Beeinträchtigungen der Gehirnentwicklung und Persönlichkeitsstörung gehörten dazu. Die Agentur bietet Ausstiegswilligen Hilfen im Internet. Eine heißt „Quit the Shit“.

          Die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann lobte dagegen Kanada für die Legalisierung des Cannabis-Konsums. Die mutige Entscheidung des Abgeordnetenhauses und des Senats von Kanada beende ein jahrzehntelanges unnützes Verbot.

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