Home
http://www.faz.net/-guw-119b7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Rauschmittel Modedroge „Spice“ wird verboten

30.12.2008 ·  Die bisher legale Modedroge Spice wird verboten. Die Bundesregierung will die Substanz bis Ende Januar im Eilverfahren unter das Betäubungsmittelgesetz stellen. Damit wären die Herstellung, der Handel und der Besitz des Mittels verboten. Der Grund: Die Droge enthält neben Kräutern auch einen gefährlichen synthetischen Stoff.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die Modedroge Spice wird noch im Januar verboten. Dies hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, am Dienstag angekündigt. Die umstrittene Kräutermischung zum Rauchen sei gesundheitsgefährdend, sagte sie in Berlin. Nach neuen Analysen sei Spice keineswegs harmlos, wie es der Hersteller glauben machen wolle. Tatsächlich sei der zugesetzte, synthetische Stoff „JWH-018“ illegal. Spice wirkt ähnlich wie wie Cannabis.

Nun plant das Gesundheitsministerium, im Eilverfahren im Betäubungsmittelgesetz die Herstellung, den Handel sowie den Besitz zu verbieten. Die Verordnung soll bis Ende Januar 2009 in Kraft treten. „Das sofortige Handeln des Bundesministeriums für Gesundheit ist notwendig wegen des Ausmaßes der missbräuchlichen Verwendung und der unmittelbaren und mittelbaren Gefährdung der Gesundheit“, erklärte Bätzing. „Wer diese Substanz konsumiert, gefährdet seine Gesundheit. Jeder Handel mit Spice und auch der Erwerb dieser Substanz werden verboten. Wer es trotzdem tut, macht sich strafbar!“, erklärte sie.

Vom Insiderprodukt zur Modedroge

Bätzing stellte fest, dass seit Wochen die Medien voll mit Berichten über die Kräutermischung sind. „Aus einem unbekannten Produkt für Insider, das es bereits seit Jahren gibt, ist so eine Modedroge geworden.“ Es habe sich gezeigt, dass die Medienberichterstattung auch dann werbewirksam sei, wenn sie warnen oder abschrecken wolle.

Bätzing geht davon aus, dass das Interesse an Spice nach Bekanntgabe des Verbots abnehmen wird. „Diese Kräutermischungen waren gerade deshalb so interessant, weil sie scheinbar legale Substanzen enthielten. Besonders die Cannabiskonsumenten sahen darin eine legale Ausweichmöglichkeit.“ Zurzeit werde auch noch geprüft, ob ein Verkaufsverbot auch nach dem Arzneimittelgesetz beziehungsweise dem Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetz erlassen wird.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen