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Rauchen Italien: 400 000 Euro für Opfer des Passivrauchens

11.05.2005 ·  Ein Gericht in Rom hat den Angehörigen einer Frau, die wegen Passivrauchens an Lungenkrebs erkrankte und starb, rund 400 000 Euro Schadensersatz zugesprochen. „Das Urteil eröffnet den Weg für Tausende Prozesse“, kommentierte ein Anwalt.

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Das Arbeitsgericht in Rom hat den Angehörigen einer Frau, die wegen Passivrauchens an Lungenkrebs erkrankte, rund 400 000 Euro Schadensersatz zugesprochen. Demnach muß das Bildungsministerium, in dem die Frau arbeitete, 268 000 Euro für die erlittene medizinische Erkrankung sowie weitere 132 000 Euro die moralische Verletzung zahlen. Ähnliche Urteile wurden bisher aus Europa nicht bekannt. Der italienische Krebsspezialist Umberto Tirelli sprach am Mittwoch von einem „historischen Urteil.“

Die Frau hatte nach Medienberichten in dem Ministerium sieben Jahre lang in einem Zimmer mit mehreren Rauchern arbeiten müssen. Trotz Beschwerden sei sie nicht in ein anderes Zimmer versetzt worden, zu Hause hätten weder ihr Ehemann oder ihre Tochter geraucht. 1992 hätten die Ärzte Lungenkrebs festgestellt, der eindeutig durch Tabakrauch verursacht worden sei, hieß es weiter. Nach einer Lungenoperation und Chemotherapie starb die Frau vor einigen Jahren im Alter von 57 Jahren bei einem Verkehrsunfall.

Scharfe Anti-Raucher-Gesetze in Italien

„Das Urteil eröffnet den Weg für Tausende Prozesse für all die Fälle, in denen Arbeitnehmer unter dem Tabakqualm ihrer Kollegen leiden mußten“, kommentierte ein Anwalt der italienischen Verbraucherschutzorganisation Codacons, die vor Gericht die Klage vertreten hatte.

Im amerikanischen Bundesstaat Florida hatte vor drei Jahren eine Stewardeß, die nach eigenen Angaben durch rauchende Passagiere chronische Nebenhöhlenentzündungen bekam, 5,5 Millionen Dollar Entschädigung von vier Tabakkonzernen erstritten. Eine australische Barfrau bekam von einem Gericht 466 048 australische Dollar (rund 260 000 Euro) zugesprochen, weil sie durch Passivrauchen an Halskrebs erkrankte.

Italien hatte zum Jahresbeginn scharfe Anti-Raucher-Gesetze erlassen, die zum Erstaunen vieler Menschen strikt eingehalten werden. In Restaurants und selbst in Café-Bars ist es nur noch erlaubt, in eigens eingerichteten und belüfteten Räumen zur Zigarette zu greifen.

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