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Physik im Alltag Formel High Heel

23.03.2004 ·  Konkurrenz für Einstein: E=mc² mag das Universum erklären, doch was ist das gegen die Formel für den perfekten Stöckelschuh?

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In den Handtaschen modebewußter Frauen wird es künftig noch enger. Denn zwei Accessoires dürfen von un an nicht mehr fehlen: ein Taschenrechner und ein Zettel mit einer geheimnisvollen Aufschrift: h=Q(12+3s/8).

Mit dieser kleinen mathematischen Formel können Frauen im Handumdrehen errechnen, wie hoch die Absätze ihrer hochhackigen Schuhe höchstens sein dürfen, damit frau weder umknickt noch stürzt noch sich sonst irgendwie die Haxen bricht. Entwickelt wurde die neue weibliche Weltformel am internationalen Institute of Physics in London. „Obwohl die Formel auf den ersten Blick verrückt aussieht, ist sie eigentlich relativ einfach. Sie basiert auf der Theorie von Pythagoras, die jeder in der Schule gelernt hat“, freut sich der Physiker Paul Stevenson von der britischen Universität Surrey. Stevenson beschäftigt auch sonst mit „Quanten“-Mechanik und ist immer begeistert, wenn sein oft sprödes Fach zwischendurch mal alltagstauglich wird.

Minimierung der Umknick-Wahrscheinlichkeit

Ein Ziel, das auch seine Kollegin Laura Grant von der Universität Liverpool verfolgt. Die Besitzerin von rund 100 Paar Schuhen bringt den Nutzen der Formel auf den Punkt: „Endlich kann ich die Wahrscheinlichkeit minimieren, mit meinen Schuhen umzuknicken“, ist sie begeistert.

Und das geht so: Die Variable „h“ steht für die Höhe der Absätze. Die gilt es, mit Hilfe der Formel zu ermitteln. Dabei steht das „s“ für die Schuhgröße in britischen Einheiten (36 entspricht in etwa einer 3,5; 38 etwa einer 5 und 40 etwa einer 6,5). Das „Q“ ist etwas kompliziert und steht für den soziologischen Faktor in der Formel. Stevenson: „Dieser Teil der Formel erklärt, was Frauen schon immer wußten, nämlich daß man keine Schuhe kauft, nur weil sie bequem sind, man sie sich leisten kann oder sie gut aussehen - es kommen noch viele weitere Variablen hinzu.“ Beispielsweise die Menge Alkohol, die frau an einem Abend zu trinken gedenkt. Dadurch kann ein als sicher errechneter Absatz nämlich leicht mal ins Wanken geraten.

Keine Angst vor dem Q

Auch wenn es sehr kompliziert aussieht, ist „Q“ nur durch die jeweilige Frau zu bestimmen. Denn es gilt Q=v(j+9)P / 1,5(m+1) (A+1) (j+10) (20+P/1,5). Einsetzen muß sie dabei folgendes: „v“ steht für die Vorliebe der Frau für hohe Schuhe (0 oder 1), „j“ ist die Zahl der Jahre, die sie Erfahrungen mit dem Tragen hoher Absätze hat, „P“ ist der Preis der Schuhe in Euro, „m“ die Zahl der Monate, seit das Paar topmodisch war und „A“ die Einheiten Alkohol, die die Frau am Abend zu trinken plant.

Auf diese Weise läßt sich errechen, daß sich Sarah Jessica Parker, Darstellerin der Lifestyle-Ikone Carrie Bradshaw aus der Fernsehserie „Sex and the City“, als routinierte Absatz-Trägerin nüchtern noch auf beeindruckenden zwölf Zentimeter hohen Stilettos sicher bewegen kann. Nach sechs Cocktails schrumpft ihre sichere Absatzhöhe der Berechnung zufolge dagegen auf nur noch zwei Zentimeter.

Ähnlich wie Einsteins legendäres E=mc² lehrt uns also auch diese physikalische Formel: Alles ist relativ. Immerhin bleiben Frauen mit Hilfe der Formel High Heel jedoch immer auf der Höhe.

Quelle: @dho, mit Material von dpa
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